đŸŸ Wanderwolfs Reise Blog

Autor: Mario Seite 1 von 3

Peaks of the Balkans

Nachdem wir mit unseren bisherigen Mehrtagestouren die nĂ€here Umgebung erkundet haben, geht’s im Juni 2022 bissi weiter weg. Verschiedene Reiseberichte haben uns inspiriert, den 3-LĂ€nder-Rundweg, den Peaks of the Balkans, kurz PoB, zu entdecken. Der Rother-WanderfĂŒhrer berichtet von 10 Tagestouren zwischen 4 und 7 Gehstunden, fast beliebig mit Gipfelabstechern erweiterbar.

Wir wollen den PoB entgegen der im Rother beschriebenen Richtung und als Selbstversorger, mit dem Zelt erkunden und sind damit unabhĂ€ngig von Etappenzielen und UnterkĂŒnften. Allerdings dadurch mit 5kg mehr GepĂ€ck auch langsamer.

Doch unsere Wanderung in der Grenzregion von Montenegro, Albanien und dem Kosovo beginnt beginnt nicht erst auf dem Balkan sondern direkt vor der HaustĂŒr. Die Anreise mit Bus und Bahn ĂŒber Wien, Zagreb, Belgrad und Podgorica nach Plav ist Teil unseres Abenteuers.

Tag 1
Nach unserer Ankunft in Plav gegen Mittag, stĂ€rken wir uns in einem Cafe und statten der Border Police einen Besuch ab. Unsere E-Mail fĂŒr das Permit ist natĂŒrlich nicht angekommen, jedoch bekommen wir innerhalb 20Min neue Permits fĂŒr den GrenzĂŒbertritt ausgestellt. Gegen 1400 Uhr starten wir unsere erste Etappe. Ziel ist der See Hridzko Jezerko, anstrengende 1000hm in der Nachmittagssonne. Circa 1h vor dem See finden wir direkt am Weg eine komfortable SchutzhĂŒtte bei Veliki Hrid, purer Luxus mit Tisch Bank und SchlafplĂ€tzen fĂŒr 6 Leute. Wir beschließen hier zu bleiben, da uns neben dem Aufstieg auch noch die Anreise in den Knochen steckt.

Tag 2
Super geschlafen bis kurz nach 6, der Plan war am See zu frĂŒhstĂŒcken. Im Abstieg, teils schneebedeckt, haben wir immer wieder den Weg verloren. Eine Einstimmung was uns auf den nĂ€chsten Etappen immer wieder begegnen wird.
Auf dem Weg nach Babino Polje treffen wir zwei deutsche MTB Fahrer die mit dem Bulli unterwegs sind und auch ein paar Etappen auf dem PoB wandern wollen. Ob wir sie wiedersehen werden?
Wir folgen der Beschilderung. Dies gestaltet sich mĂŒhsam, da das queren der Furten wegen hohem Wasser nicht möglich ist, also wieder zurĂŒck nach Babino und dem GPS Track aus dem WanderfĂŒhrer nach oben gefolgt, seitdem haben wir eine vierbeinige Begleiterin, wir nennen sie Pauline.
Unterhalb des Grenzsattels zum Kosovo finden wir einen wunderbaren Platz fĂŒr unser Zelt. Kaum ist das Essen (Travellunch Nudeln mit Bolognese) fertig, beginnt es zu hageln. Wir machen es uns im Zelt gemĂŒtlich, Pauline darf im Vorzelt liegen, sie mag auch kein Gewitter. Nach dem Essen gab’s noch einen heißen Fenchel Anis Tee.

Tag 3
Super erholt waren wir um kurz nach sieben wach, der Himmel ist ein bisschen bewölkt. Pauline war wieder nach Hause gelaufen.
Heute ist unser Ziel Gjvukai im Kosovo. Ein Höhenweg mit vielen Seen und tollen PlĂ€tzen zum Rasten, Blumenwiesen mit Enzian, SchlĂŒsselblumen, Krokussen und immer wieder Altschneefeldern erwarten uns. Nach dem Jelenka Pass ein augedehntes Schneefeld, das wir zum GlĂŒck im Abstieg leicht ĂŒberwinden können. Eine Gruppe PoB Hiker aus Belgien kommen uns entgegen, die mĂŒssen ĂŒber den Schnee nach oben, kein Spass!
In der NĂ€he des Rugova Tales leider immer wieder viel MĂŒll entlang des Weges. Nach 9h sitzen wir in Gjvukai, gleich am Ortseingang, im Restaurant Shpella und trinken ein Peja Bier und hoffen auf eine Dusche und ein Zimmer.
Der Wirt spricht deutsch und hat ein zeitlang in Bremen gearbeitet und gewohnt. Wir bekommen fĂŒr 40,-€ ein ganzes Haus, die ersehnte Dusche, die SchlafrĂ€ume oben nutzen wir nicht und schlafen im Wohnzimmer, da wo der Kamin WĂ€rme spendet. Gerne nutzen wir den Fahrservice vom Restaurant zum GĂ€stehaus.

Tag 4
Auch wenn wir trocken und warm geschlafen haben, wars trotzdem nicht besonders gut. Draußen ist halt doch was anderes. Um 0800 kommt unser Abholdienst zum FrĂŒhstĂŒck. Es gibt Omelett wahlweise mit Schinken oder KĂ€se, Tomate, Gurke, TĂŒrkischem Kaffee und Tee.
Um 0915 Start zur nĂ€chsten Etappe. Ein gut wanderbarer Fahrweg, dann ein steiler Pfad mit den bereits bekannten Baumhindernissen. Ab Dugaive setzt dann Regen ein. Seit der Ortschaft Drelaj haben wir wieder eine vierbeinige Begleitung „Drela“. Das Wetter verschlechtert sich zunehmend. UngefĂ€hr 400m vor unserem Tagesziel, eine vermeintlich intakte HolzhĂŒtte, hören wir das Blöken einer Schafherde, na und wer passt hier oben auf die Tiere auf? Unser erstes Aufeinandertreffen mit zwei Herdenschutzhunden, den Ć arplaninac. Anzunehmen das bei weiterer AnnĂ€herung nach dem Knurren die nĂ€chste Eskalationsstufe folgt. Da wir wegen dem aufziehenden Nebel keinen Blickkontakt zu dem SchĂ€fer aufnehmen können, machen wir lieber kehrt und weichen großrĂ€umig ĂŒber einen steilen Wiesenhang aus.
Mitten im GebĂŒsch ein riesiger Haufen BĂ€renkot, na prima, nun haben wir die Wahl zwischen Schutzhund und BraunbĂ€r. Es regnet mittlerweile in Strömen, der Umweg kostet uns eine Stunde extra.
Die geplante ÜbernachtungshĂŒtte am Fuss des Hajla ist völlig verfallen und kommt nicht in Frage. Wir gehen ein paar Meter weiter den Berg hinunter und finden einen wunderbaren Platz zwischen zwei BĂ€umen mit freiem Blick auf die gegenĂŒberliegenden BerghĂ€nge, welche morgen unser Ziel sein werden. Mittlerweile regnet es nicht mehr aber es windet ein bisschen. Wir kochen im Zelt und machen es uns gemĂŒtlich. Der Abend ĂŒberrascht uns mit einem wundervollen Licht und einem farbenfrohen Regenbogen. Wegen der BĂ€ren wird alles Essbare außerhalb vom Zelt gelagert, die RucksĂ€cke ziehen wir ein StĂŒck am Baum hoch. Und wieder genießen wir die Ruhe am Berg und das allein sein in vollen ZĂŒgen.

Tag 5
Nach einer ruhigen sternenklaren Nacht am Fuße des Hajla haben wir nach einem feinen MĂŒslifrĂŒhstĂŒck bei Sonnenschein den Abstieg nach Reke angetreten. Eine HĂŒtte auf halben Weg hĂ€tte auch gut als Zeltplatz getaugt. Ein Schwatz mit einem albanischen Lehrer aus Oldenburg , einem Eis und Mokka im Restaurant Villa me quira ergĂ€nzen unseren Weg nach unten.
Auf der Straße zum Rugova Camp flattert uns ein Schwalbenschwanz um die Köpfe. So federleicht möchten wir auch sein.
Im Restaurant Gryka bunkern wir Wasser und dann gehts 1200hm durch wunderschönen Buchenbestand steil den Berg hoch. Auf halbem Weg treffen wir zwei deutsche Wanderinnen. Auch die werden uns noch einmal begegnen.
WĂ€hrend einer Rast sehen wir Hinterlassenschaften eines BĂ€ren auf dem Weg, diesmal ist er tatsĂ€chlich ganz in der NĂ€he … frag Bettina.
Geschafft haben wir ca 300hm pro Stunde und waren gegen 1700 am See Pusi i Magarewe, unserem heutigen Ziel. WĂ€sche waschen, wieder Wasser bunkern, den Karstbrunnen im See bestaunen, See umrunden, Zeltplatz suchen. Tausende frisch geschlĂŒpfter Moskitos schwirren wie ein riesiger Drohnenschwarm ĂŒber unseren Köpfen. Direkt am Wasser zelten? Keine gute Idee.
Heute sorgt der Hobo fĂŒr das Kochfeuer, es gibt Nudeln mit PĂŒree und Trockenfleisch. Es wird eine sternenklare aber kalte Nacht, hoffentlich ohne BĂ€renbesuch. Unser absolut bester Schlafplatz bisher!

Tag 6
Ein sonniger Morgen zum FrĂŒhstĂŒck am See. Bissi rumgebummelt, Geschirr gespĂŒlt, Körperpflege, kurz nach neun brechen wir auf. Abstieg nach Milishevc ĂŒber ein steiles WiesenstĂŒck mit Ausblick auf das gesamte Tal. Unten dann unsere erste kurze Pause am Denkmal fĂŒr junge UCK KĂ€mpfer. Wir sehen viele Baustellen fĂŒr neue Touristen HĂŒtten.
In Roshkodol, gleich am Ortseingang werden wir von Achmed begrĂŒĂŸt und gastfreundlich zum Kaffee eingeladen. Wir zögern zuerst, lassen uns dann aber doch aus Höflichkeit drauf ein. Wir erfahren, Achmed ist ein ehemaliger Lehrer. Heute lebt der 74 jĂ€hrige von 270€ Rente mit seinen Ziegen und Rindern bescheiden in einer kleinen eher armen HĂŒtte. Seine Familie hat das Dorf verlassen.
Von weitem hören wir am Ortsausgang einen RasenmĂ€her? Benzin fĂŒr unseren Kocher! Ein Einheimischer der 35 Jahre in der Schweiz gearbeitet hat schenkt uns ein bissi Benzin. Dank Bettinas Französicher Sprachkenntnisse kommt es zu einer netten Unterhaltung. NĂ€chstes Ziel: der Roshkodoli Pass auf 2250m.
Nach 2 notwendigen und 2 weiteren unnötigen Flussquerungen, brrrr kaltes Wasser, fĂŒhrt uns der Weg durch ein malerisches Tal immer direkt am Fluss entlang der sich tief eingeschnitten hat. Blumenwiesen und Unmengen von (zukĂŒnftigen) Blaubeeren sowie einigen potentiellen Zeltwiesen. Wir wollen aber weiter auch wenn das Etappenziel heute wohl nicht erreicht wird.
Am Ende des Tales erwarten wir wieder einige Schneefelder.
Bevor uns das Wetter oder die Dunkelheit ĂŒberrascht, suchen wir gegen sechs einen passenden Platz fĂŒrs Zelt. Ein kleiner Sattel, direkt neben einem ehemaligen Beobachtungsposten oder auch Waffenversteck, gibt uns ein bisschen Schutz vor dem Wind. Hier oben ist es halt kalt um diese Jahreszeit.
Heute gibt es Beef Stroganov und einen Tee, zum Nachtisch Kaffee.

Tag 7
Nach einer wunderbar ruhigen Nacht, weckt uns die Sonne gegen sechs Uhr. Ein Übernachtungsgast zwischen den RucksĂ€cken hat wohl auch einen feinen Platz gefunden. Ausgesetzt weit weg vom Zelt konnte er uns nix mehr anhaben. Noch zu prĂŒfen welche Art Mini-Skorpion das war. Gepackt ist heute nicht ganz so schnell … Wegen der Sonne 😉 -nbrille
Der Plan bis Mittag in Doberdol zu sein, ging nicht auf. Viele Schneefelder, die umgangen oder gequert werden mussten, bremsen unser Vorankommen. An der Kosovarisch Montenegrinischen Grenze trafen wir zwei JĂ€ger … MĂ€nner mit Gewehren und Hunden, aus Babino Polje. Zwei der Hunde begleiteten uns bis hinter die Albanischen Grenze nach Doberdol. Dort haben sie es nicht ĂŒber den Bach geschafft den wir wieder Mal barfuß queren mussten. Hoffen wir das die zwei Halbstarken wieder nach Hause finden.
Heute begegneten uns drei Hiker, davon eine Alleinreisende junge Frau aus Lettland, nur mit der HĂ€ngematte unterwegs. Tapfer!
In Doberdol ging unsere heutige Etappe zu Ende, wir wollten eh einen (halben) Ruhetag einlegen, Unterkunft finden wir bei Bashkimi. Heißes Dusche, Frisches Essen, Brot, Suppe, Pommes, Salat, Kaffee, kaltes Bier … Und ein richtiges Bett … Nicht das unseres bisher falsch war.

Tag 8
Heute, so der Plan, wollen wir bis kurz vor Valbona. Fast 2 Etappen, zu einem bewirtschafteten Zeltplatz, auch nach dem ‚Ruhetag‘ gestern ne ziemlich lange Strecke. Mal sehen ob die Etappe nach Tehti machbar ist. Wir haben gehört das die gesperrt sein soll, wegen Schneefeldern und das es auch schon UnfĂ€lle gegeben hat.
Gleich zum Start in Doberdol eine vermeintliche Flussquerung. Es sollte eine BrĂŒcke da sein, doch die ist auch auf dieser Seite des Dorfes eingestĂŒrzt. Wie schon einige Mal erlebt, ist einfach der Wasserstand der FlĂŒsse zu hoch um trockenen Fusses auf die andere Seite zu kommen. Doch bevor wir die Stiefel wieder einmal ausziehen entdecken wir einen Steg, versteckt hinter einem kleinen HĂŒgel, direkt am Anwesen. Ein Privatsteg sozusagen. Diesen Weg meinte also unser freundlicher Gastgeber.
Entlang des Weges immer wieder tolle PlÀtze mit genialem Blick auf die Berge. Freilaufende Pferde begegnen uns. Wo die wohl zu Hause sind?
Wir treffen eine Hikerin aus Österreich die auch am 7.Juni ab Plav ihre Heimreise antreten will. Auch einen Kuckuck sehen wir, jeden Tag haben uns seine Rufe von Morgens bis Abends begleitet.
Unser Weg fĂŒhrt durch wunderbare Eichen- und BuchenwĂ€lder und noch nicht wieder bewohnte und teils vom Winter in Mitleidenschaft gezogene Hirtensiedlungen.
Wir durchqueren Cerem, eine alte Siedlung mit teils verfallenen HĂ€usern, eingebettet inmitten zum Teil steil aufragenden Felsmassiven und brodelnden FlĂŒsse. Gaaanz viel Natur eben. Am Ortsausgang treffen wir wieder auf eine kleine Pferdeherde, sie nehmen denselben Weg wie wir, nur in die andere Richtung. Dem Leittier sind wir nicht geheuer und er oder sie fĂŒhrt seine kleine Gruppe in einem sicheren Abstand um uns herum. Absolut unaufgeregt.
Der Abstieg nach Valbona, mit der “AbkĂŒrzung” sparen wir 5km Wegstrecke, sehr abenteuerlich. Ausgesetzt zugewachsen, ausgewaschene Rinnen waren zu queren … Super gemeistert! Gegen 1900 Uhr kommen wir ziemlich platt am Car Campground bei Rilindja, kurz vor Valbona an. Zelt aufbauen, duschen, eine SiebenschlĂ€fer-Familie schaut von oben zu 😉 Auch Deutsche aus Zwickau und Starnberg stehen hier mit ihrem Campermobil. Wir schwatzen ein bisschen. Nach diesem anstrengenden Tag sind wir Beide ziemlich durstig … und lassen den Trail noch einmal an uns vorbeiziehen.
Heute entstand die Idee dem heimischen Schwarzwaldverein mit einen Reisevortrag vom PoB zu erzĂ€hlen, Bettina war begeistert 😉

Tag 9
Nach dem verpacken der AusrĂŒstung gibts einen extra Kaffee und kalte Cola vor dem loslaufen am Campingplatz. 4km Asphalt nach Valbona, die Sonne brennt, auch deutsche Urlauber haben kein Erbarmen und fahren an uns vorbei. Auf halber Strecke hat ein Brite der in Tirana arbeitet und in Stuttgart studiert hat, Erbarmen und nimmt uns die letzten Kilometer bis zum Ende der Straße mit. Der Aufstieg zum Valbona Pass fĂŒhrt durch ein Schottertal und dann weiter in teils dichtem Wald, selbst dort oben gibt es noch kleine CampingplĂ€tze und GĂ€stehĂ€user. Auf halber Höhe zum Pass eine Bar mit Bier fĂŒr 5€. Schnell ist klar hier gibt’s nur Kaffee fĂŒr uns. Mit Peter, dem Betreiber einigen wir uns. Er stellt die Bialetti und wir den Kaffee, denn er hatte nur noch NescafĂ©. Schon bald sitz er bei uns am Tisch, die Selbstgedrehten mit bestem albanischen Tabak aus Shkodra und einen Raki gehen aufs Haus. Aus der geplanten 5min Pause wurde eine Stunde.
Noch eine Stunde spĂ€ter waren wir dann auch schon am Valbona Pass. Es bleibt noch Zeit fĂŒr einen Abstecher zum Gipfelkreuz.
Nun geht’s wieder abwĂ€rts, anfangs steinig, spĂ€rlich bewachsen von Bergkiefern spĂ€ter dann durch wunderbaren alten Buchenbestand zu unser Zeltwiese mit Ausblick oberhalb Theth. Auf halber Höhe noch eine kurze Pause an einem Restaurant, auch hier das Bier eher teuer. Von dem Schinken der an der Decke hĂ€ngt lassen wir die Finger. Aber Wasser bunkern wir fĂŒr unser Abendessen und FrĂŒhstĂŒck. Dann finden wir noch mitten auf dem Weg einen Rucksack mit Albanischen Pass, wir ĂŒberlegen was damit tun. Stehen lassen oder mitnehmen. Zehn Minuten spĂ€ter kommt auch der Besitzer. Die Tasche ist wohl vom Esel gefallen. Wie vermutet finden wir den perfekten Platz fĂŒr unser Zelt mit einer kleinen Feuerstelle. Hier muss schon mal ein Hirte gewesen sein. Das Abendessen gibts vom Hobo, Nudeln mit Rindfleisch und frischem Tee. Der Wind frischt auf und rĂŒttelt am Zelt, das Wetter ist aber stabil gut. Wir hoffen auf eine ruhige Nacht.

Tag 10
Geschlafen haben wir wie zwei Babys bis zum Morgengrauen. Wieder einmal geweckt vom Amselgesang und den wÀrmenden Sonnenstrahlen.
Der Kocher hat bissi Probleme mit dem “RasenmĂ€herbenzin”, also musste zum FrĂŒhstĂŒck der Hobo ran und unser Wasser fĂŒr Kaffee, Tee und MĂŒsli aufkochen. Kurz nach acht starten wir dann Richtung Theth. An einem Campingplatz mit Restaurant vorbei und dann nach Norden abgebogen vorbei an verstreuten HĂ€usern von Teth. Ein erfrischender Fluss aus den Bergen bietet Gelegenheit Geschirr zu spĂŒlen, WĂ€sche iund uns selbst zu waschen. Auch wieder wieder ein Tag der kleinen Pausen. Kaffee und Cola bei ‚Ded Kola‘ und dann weiter durchs teilweise unterspĂŒlte Flussbett. Noch ein kurzer Stop bei ‚Taxi Kroni‘ mit Chips und Korca Bier, ein Blondes ein Dunkles. Alles fĂŒr 6Euro + 200lek Trinkgeld weil das Benzin so teuer ist 😉
Es folgt der steile Anstieg zum Pejes Pass auf Höhe 1700 in sengender Sonne. Wasser hatten wir genug, der Rucksack immer leichter und die Stimmung prima. Der Weg ist nicht zu verfehlen und gut beschildert. Imposantes Panorama in alle Richtungen.
Kurz vorm Pejes Pass zwei bekannte Gesichter von Etappe 2 bei Babino. Stephan und Anna (die Mountainbiker) haben sich dann doch zwei Etappen vorgenommen und wollten bis Valbona. Freudiges Wiedersehen auf dem Rundtrail. Zeit um ein paar Minuten zu schnattern und Erlebnisse auszutauschen.
Abstieg ĂŒber vom Eis geschliffen Felsblöcke zur nĂ€chsten Hirtensiedlungen kurz vor der Montenegrinischen Grenze. Leider sind alle HĂŒtten verlassen und verfallen, auch keine ‚Bar‘ mehr. Wasser haben wir dann doch noch oberhalb einer ViehtrĂ€nke gefunden. Es war so leise in dem Tal, das wir das Wasser ‚erlauscht‘ haben. Dort könnten wir zwei Finken beobachten, gesungen haben sie wunderschön, könnten Distelfink gewesen sein. Weisser Schnabel gelber Bauch roter Kopf. Platz fĂŒrs Zelt zu finden war bissi schwierig weil Karstlöcher die Wiese in eine Kraterlandschaft verwandelt haben. Steinschlagsicher finde wir dann doch noch eine Ebene Stelle direkt am Trail mit wunderbarer Aussicht auf die uns umgebenden Berge. Holz ist schnell gesammelt und der Hobo angeheizt. Es wird wieder lecker gekocht wie jeden Abend bei uns. Nun endlich haben wir mal Zeit fĂŒr ein richtiges Lagerfeuer, wenn auch klein. FledermĂ€use flattern um das Zelt und Pfeifen uns die Ohren voll. Unser treuer Begleiter, der Kuckuck gibt auch bald Ruhe, dafĂŒr gibt’s heute KĂ€uzchen und Rabengeschrei.
Halb zehn verschwinden wir dann hundemĂŒde im Schlafsack und warten auf den grossen Regen, am Nachmittag hatte es schon Mal gedonnert.

Fortsetzung folgt …

Klettersteige am Gardasee

Nach zehn Tagen auf dem Wasser zog es uns dann doch wieder in die Berge. Basislager war wieder einmal Arco mit seinem hĂŒbschen Campingplatz, fast schon speziell fĂŒr Kletterer. Heuer sogar mit Schwimmbad, HotPods und Sauna đŸ„°. Wir hatten folgende Topos vorbereitet:

  • natĂŒrlich zum Einstieg den Colodri, gleich neben dem Zeltplatz
  • den Sentiero attrezzato Gaetano Falcipieri mit seinen 52 Tunneln
  • den Gerardo Sega in der NĂ€he des Monte Baldo
  • und den Cima Rocca in Richtung Ledrosee

Alle KST eher leicht bewertet was die Technik betrifft, der Gaetano Falcipieri nur durch seine LĂ€nge (mit Pausen und RĂŒckweg immerhin 10h) etwas schwieriger. Begangen haben wir dann nur die ersten beiden, in Arco spazieren und Eis essen oder am Ufer des Gardasees Cappuccino trinken ist doch auch schön 😉

Elba+ 2021

Vor dem Törn

Eine der spannendsten Dinge vor dem Törn ist Karten- und Revierstudium. Hierbei sind ein guter RevierfĂŒhrer sowie eine digitale Seekarte hilfreich.

Unsere Yacht „Surprise“ hat einen Axiom7 Plotter an Bord, somit sollten alle daheim vorbereiteten Wegpunkte leicht zu ĂŒbertragen sein. Mein Rugged Tablet habe ich natĂŒrlich trotzdem dabei.

Eine mögliche Route fĂŒr 10 Tage seht ihr hier. Allerdings scheinen 300sm fĂŒr einen Urlaubstörn recht viel, wir werden sehen wohin und wieweit uns der Wind tatsĂ€chlich trĂ€gt.

Vor dem Törn II

Eines ist aber anders. Corona. Noch nie war eine Törnplanung so von Formularen und Regelungen und Unsicherheiten geprÀgt wie in diesem Jahr.

Wann darf ich mit welchen Voraussetzungen wohin reisen und wie komme ich zurĂŒck? Formulare, BestĂ€tigungen, ErklĂ€rungen … und das in einem freien Europa 🙈🙉🙊

Tag 1 – Salivoli

Auch die Anreise ist diesmal anders. Wir starten nicht frĂŒh am Morgen sondern am Vorabend, ca. 800 Anreise-km liegen vor uns. In den frĂŒhen Morgenstunden, ungefĂ€hr die HĂ€lfte der Strecke ist geschafft, gönnen wir uns ein kleines Nickerchen im Auto. Ein leckeres italienisches FrĂŒhstĂŒck bei Piacenza gibt uns Energie fĂŒr den Rest der Strecke. Gegen Mittag erreichen wir Salivoli, fit und ausgeruht.

Vor Ort gehts dann gleich zum CharterbĂŒro, in der Hoffnung das wir unsere Yacht etwas eher ĂŒbernehmen können. GlĂŒcklicherweise ist Guido am Telefon erreichbar und noch ehe die gesamte Crew vor Ort ist, können wir mit der Übernahme beginnen.

Kleinere Problemchen am Boot verhindern jedoch ein Auslaufen noch am selben Tag, also machen wir uns einen gemĂŒtlichen Abend an Bord und nach einem grĂŒndlichen Wetterstudium besprechen wir die nĂ€chsten Tage.

Tag 2 – Porto Azzuro

Der erste Schlag fĂŒhrt uns 25 sm gegenan nach Porto Azzuro. Perfekt zum kennenlernen der Segeleigenschaften unserer Yacht. LĂ€uft gut 😉 sodass am Abend noch Zeit fĂŒr einen Spaziergang rund um die Festung bleibt.

Tag 3 – Fetovaia

Wir erwarten erst morgen gĂŒnstigen Wind fĂŒr die Überfahrt nach Sardinien, aber heute passt es einfach noch nicht. Zeit fĂŒr unsere erste Nacht vor Anker an Elba’s SĂŒdkĂŒste. NatĂŒrlich sind wir nicht alleine in der Bucht von Fetovaia, und doch ist es immer wieder nett anzusehen wie die Besatzungen der ankernden Yachten Neuankömmlinge begrĂŒssen. Die einen winken und freuen sich ĂŒber neue Nachbarn, wĂ€hrend andere aufgeregt an Deck herumhĂŒpfen aus Angst um ihre Ankerkette.

Auch wenn es bis in die spĂ€ten Abendstunden stĂ€rker und sĂŒdlicher als erwartet in die Ankerbucht blĂ€st, beruhigt sich die See dann doch am Abend und wir haben eine ruhige Nacht und eine fantastischen Sonnenaufgang am nĂ€chsten Morgen

Tag 4+5 – Porto Vecchio

Auch wenn heute gut 80 Seemeilen bis Porto Vecchio vor uns liegen, gibt es keinen Grund zu eilen, wir haben den ganzen Tag und auch die ganze Nacht Zeit dafĂŒr. Die ersten Meilen bis kurz vor Monte Christo schiebt uns der Diesel, dann aber lebt der Wind auf und wir kommen fast zu schnell voran. Da keiner von uns die Fahrrinne am Zielhafen kennt, wollen wir vermeiden im Dunkeln dort einzulaufen. Nach unseren Berechnungen mĂŒsste es aber gerade eben zum Tagesanbruch passen. NatĂŒrlich waren wir dann doch vor Sonnenaufgang am Ziel, also Segel wegnehmen und außerhalb der Fahrrinne auf Tageslicht warten.

Die Crew ist von der Nacht noch ein bisschen platt, nicht jeder mag diese Nachtwachen. Also gibt’s ein kleines FrĂŒhstĂŒck nach dem Festmachen und dann noch eine MĂŒtze Schlaf.

Am Nachmittag ist Zeit fĂŒr Erkundungen in Porto Vecchio und Proviant bunkern. Unseren ersten Abend auf Korsika genießen wir gemeinsam in einem kleinen Restaurant mit Blick zum Yachthafen und lauschen dabei den Straßenmusikern.

Tag 6 – La Maddalena

Unser Vorhaben die Straße von Bonifacio zu befahren und den gleichnamigen Hafen anzulaufen, mĂŒssen wir auf ein anderes Mal verschieben, da am darauffolgenden Tag recht krĂ€ftiger Ostwind angesagt ist. WĂŒrde bedeuten durch diese DĂŒse kreuzen zu mĂŒssen … das lassen wir lieber und entscheiden uns fĂŒr eine kleine Ankerbucht mitten im Maddalena Archipel.

Also keine 30 Seemeilen vor uns, bleibt nach dem einfahren des Ankers noch Zeit zum Schnorcheln und zumindest mal den Fuß auf Sardisches Festland setzen. Neben uns liegen noch zwei weitere Yachten an diesem traumhaften Platz.

Tag 7 – Camporolo

Heute beginnt der Tag sehr frĂŒh fĂŒr uns. Ohne ein bestimmtes Ziel wollen wir soweit nördlich wie möglich an der KĂŒste Korsikas kommen. Die Mutigsten schwimmen noch im Dunkeln einmal ums Boot, in der Hoffnung das die großen Fische noch schlafen. FĂŒr den Tag ist krĂ€ftiger Wind aus sĂŒdlichen Richtungen vorhergesagt, und tatsĂ€chlich schafft unsere Dufour 425 stattliche 66 Seemeilen, allerdings schaffen wir es nicht mehr bei Tageslicht in den Hafen von Camporolo. Beim Anlegemanöver springen Fische zur BegrĂŒĂŸung auf den Steg und einem anderen Skipper sogar direkt ins Gesicht. Der war so ĂŒberrascht von diesem „Angriff“, das er sein Manöver abbrechen musste.

Die spĂ€te Stunde und das geplante frĂŒhe Aufstehen am nĂ€chsten Tag, halten uns aber nicht davon ab, den Tag mit einer Flasche Wein ausklingen zu lassen.

Tag 8+9 – Marciana

UngefĂ€hr 45 Seemeilen bis Marciana. Bei dieser Wettervorhersage nicht die schlechteste Idee FrĂŒh los fahren, heißt FrĂŒh ankommen um das Hafenmanöver nicht bei zu starkem Wind fahren zu mĂŒssen. Die Marina Marciana ist bekannt fĂŒr ihre starken Fallwinde wenn’s von SĂŒden blĂ€ĂŸt … und das tut es schon den ganzen Tag. Und es soll auch am nĂ€chsten Tag noch so bleiben. Da liegen wir hier noch am besten.

Bleibt Zeit fĂŒr einen Ausflug ins Hinterland zum Ă€ltesten Ort der Insel, dem Bergdorf Marciana Alta. Bereits 35 vor Christus siedelten hier die Römer.

Am Abend gehen wir nochmal schick italienisch Essen. Direkt am Marktplatz ergattern wir einen der wenigen freien Tische, denn bereits heute sind die ersten Charter Crews mit ihren Yachten vom Festland nach Elba gekommen und beleben die Innenstadt.

Den Liegetag nutzen wir fĂŒr SpaziergĂ€nge, Chillen … und keine Ahnung was noch alles … viel wars nicht 😉

Tag 9 – Salivoli

Die letzten 25 Seemeilen bis Salivoli liegen vor uns. Da wir aber erst am nĂ€chsten Morgen unsere „Surprise“ ĂŒbergeben, bleibt noch Zeit fĂŒr einen kurzen Badestopp am Capo della Vita. Eine hĂŒbsche kleine Surfer-Bucht an der nördlichsten Spitze Elbas.

Nach fast 300 Seemeilen rund Elba, Korsika einmal lĂ€ngs und Sardinien sanft touchiert machen wir am Abend im Heimathafen der „Surprise“ fest. Peter zaubert uns mit seiner berĂŒhmten „Peter-Pide“ ein schmackhaftes Abendessen. Und dann geht’s auch schon ans packen, denn am nĂ€chsten Morgen wollen wir um zehn von Bord sein und den mĂŒhsamen Heimweg antreten.

850 Seemeilen Nordsee

Vor kurzem erst habe ich Bernd und Karin kennengelernt. Die beiden Segler und Eigner einer Janeau Sun Odyssee 42 bereiten derzeit ihre Weltumsegelung vor.

Direkt beim ersten Kennenlernen war die Idee geboren, den Weg von der Ostsee bis ins Mittelmeer gemeinsam zu segeln, denn bis heute lag die Yacht in der NĂ€he von LĂŒbeck. Leider reicht mein Urlaub nicht fĂŒr die gesamte Strecke.

Mit diesem Blog möchte ich euch mitnehmen und jeden Tag ein paar EindrĂŒcke von unserer Zeit an Bord der Toujours Belle mit euch teilen.

Tag 1 Neustadt-Burg (Fehmarn)

Nach 7,5h Zugfahrt endlich in LĂŒbeck angekommen, hat es keine 2h gedauert bis wir mit der segelfertigen Toujours Belle in die Ostsee stechen konnten.

FĂŒr heute und morgen ist noch ne steife Brise vorhergesagt, also erkĂ€mpfen wir uns die ersten Seemeilen erst mit achterlichem Wind und dann direkt gegenan.

Bei einer deftigen Brotzeit sind dann die PlĂ€ne fĂŒr morgen entstanden. Also heute recht frĂŒh in die Koje, den kurz nach fĂŒnf geht’s morgen schon weiter.

Tag 2 Yachthafen Burgtiefe

Noch keine 20 Seemeilen und schon der erste Tag Stillliegen. Das ablaufende Tief ĂŒber SĂŒdschweden beschert uns stĂŒrmischen Wind aus West … und genau da wollen wir hin. Ob unter Segel oder Motor wĂ€re das eine Tortour fĂŒr Mensch und Material.

Also abwarten und Tee, Kaffee oder auch ein Bier trinken 😉 Ein Spaziergang in den Ort Burg am Mittag, unzĂ€hlige Schwalben beim Spiel mit dem Wind beobachten und Geocachen am Nachmittag lĂ€sst diesen Tag auch vergehen.

Morgen soll der Wind nachlassen und am Donnerstag auch die Richtung Àndern. Mal sehen ob Rasmus das auch so sieht.

Tag 3 Fehmarn-Kiel

Ein Tag an dem wir segeln konnten ist ein guter Tag. Auch wenn wir wegen SchieĂŸĂŒbungen einen Umweg vom 10sm nehmen mussten. Jetzt liegen wir direkt vor der Schleuse des NOK, haben lecker gegessen und freuen uns auf morgen 😉

Tag 4 NOK Kiel-BrunsbĂŒttel

Ein eher wenig spektakulĂ€rer Tag, dennoch kann so eine „Flusskreuzfahrt“ was fĂŒr sich haben.

Gleich morgens um acht waren wir beim ersten Schleusenvorgang mit dabei. Alles lief ruhig und eher unspektakulĂ€r bei 30cm Hub. Vor uns lagen nun 50sm unter Maschine, denn wieder kam der Wind direkt auf die Nase, also war an SegelunterstĂŒtzung nicht zu denken. Auf dem Weg eine Menge Signale, AutofĂ€hren, andere SY und natĂŒrlich die Berufsschifffahrt.

Nach diesem aufregenden Tag 😉 haben wir einen Platz direkt am Schleusentor.

Tag 5+6 BrunsbĂŒttel-Harlingen

Nach den 53sm Nord Ostsee Kanal endlich wieder freies Fahrwasser 👍 und ungefĂ€hr 185sm fĂŒr den heutigen Schlag. Vorhergesagt waren zumindest am Nachmittag fĂŒr uns gĂŒnstige wenn auch schwache Winde.

TatsĂ€chlich sind wir dann doch wieder einige Stunden unter Motor gefahren. Erst am frĂŒhen Morgen bringt uns achterlicher Wind und der Gennaker mit seinen 110mÂČ buntem Tuch voran.

Noch bei Tageslicht passieren wir die nicht ganz einfache Ansteuerung das Harlinger Hafens und liegen nun gut verteut an einer MY.

Tag 7 Übers IJsselmeer nach Amsterdam

Mit der BrĂŒckenöffnung um 0825 sind wir in Richtung Amsterdam ausgelaufen. Mit 2,20m Tiefgang immer schön der Betonnung folgend, sicher ist sicher 😉 Segel setzen und mit achterlicher Wind durchs IJsselmeer pflĂŒgen, ein Traum đŸ„° kaum Welle und 60 Seemeilen vor uns.

Ziel ist, den Seglerhafen „Sixhaven“ in Amsterdam noch vor Sonnenuntergang zu erreichen. Eine Schleuse und eine KlappbrĂŒcke liegen zwischen dem Binnenmeer und der Nordsee.

Da wir gut im Zeitplan liegen werden wir einen Tag in Amsterdam 😁 verbringen auch um ein bisschen zu verschnaufen, die letzten Tage und NĂ€chte waren dann doch anstrengend.

Tag 8 Liegetag in Amsterdam

Ein Tag zum Entspannen, lesen, nĂ€chstes Segelrevier erkunden, Geocachen … FĂŒr einen Stadtbummel war mir zuviel los.

Tag 9-11 Strasse von Dover

Nonstop von Amsterdam nach Cherbourg. Über 300sm in 3 Tagen und zwei NĂ€chten. Vorbei an Rotterdam, den weissen Clippen von Dover, Calais, immer entlang des TSS bis zum Feuerschiff am Greenwich Meridian, dann wieder Richtung französisches Festland bis nach Cherbourg.

Einige Fischer, Segler und Frachtschiffe die unseren Kurs begleiten, im Vergleich zu dem Trubel rund um Amsterdam aber eher ruhig.

Nach einer ersten verregneten Nacht war die Crew ein bisschen down, frisch gekochtes aus der BordkĂŒche brachte uns durch den zweiten Tag. Die darauffolgende Nacht sternenklar, das Meer glitzerte vom Mondschein beleuchtet und der Wind trug uns bis in die Morgenstunden bis nach Cherbourg.

Tag 12-13 Zwischen den Kanalinseln

Da wir trotz der zwei Liegetage viel zu frĂŒh dran sind, segeln wir noch ein bisschen weiter. Entlang der britischen Kanalinseln Anderney und Guernsay.

Mit dem Hochwasser gegen Mittag verlassen wir Cherbourg um den durch den Tidenhub entstehenden Strom von achtern zu nutzen.

Blauer Himmel und leichter Wind mit 4Bft bringen uns gemÀchlich voran. Ein entspannter Tag auf See und eine ruhige Nacht, nur unterbrochen von der 2 Stunden dauernden Wache.

Am Sonntag Morgen erreichen wir den Seglerhafen in Roscoff. Ein Tag zum ausspannen um dann morgen unsere Toujours Belle fĂŒr die zweite Crew auf Hochglanz zu bringen.

Mein Törn endet leider hier … ich muss unbedingt mit meinem Arbeitgeber ĂŒber mehr Urlaub sprechen 😁

Tag 14 Abheuern in Roscoff

Nach 847 Seemeilen endet fĂŒr mich und Daniel der Törn hier in Roscoff. Zwei neue Crewmitglieder sind auf dem Weg und werden heute Abend anheuern. Zwei Uhr Nachts mit dem ablaufenden Wasser segelt die Toujours Belle dann weiter in Richtung Mittelmeer.

Gute Fahrt und allzeit eine Handbreit Wasser unterm Kiel.

Auf dem Querweg von Konstanz nach Titisee

24.-29.Mai 2021, 6 Tage, 135km, 4900hm durch unterschiedlichste Landschaften mit Sonnenschein, Schauern, Dauerregen und schlussendlich wieder Sonnenschein. Nur die NĂ€chte waren in diesem FrĂŒhjahr noch empfindlich kalt … also warm anziehen, auch im Schlafsack.

Aus der Bodenseeregion, durch den von Vulkankegeln geprĂ€gten Hegau (auf jedem steht eine Burgruine 😉 bis in den wunderschönen SĂŒdschwarzwald und seine zauberhafte Wutachschlucht. Auch wenn der Querweg bis nach Freiburg fĂŒhrt, war fĂŒr uns bereits in Titisee das Ziel erreicht.

FĂŒr E.N.D. (oder eher mehrere) hatten wir natĂŒrlich alles dabei. Die erste Nacht auf der MĂ€gdeburg fanden wir Schutz unter dem Tarp. Die zweite und dritte Nacht bot uns der ĂŒberdachte Vorraum einer ForsthĂŒtte Schutz. Mal auf der Isomatte, mal in der HĂ€ngematte. Ein aufgespanntes Tarp schĂŒtze uns vor Wind und Wetter. FĂŒr die letzten beiden NĂ€chte bot uns der Wald einen Schlafplatz zwischen den BĂ€umen. Die gut aufgespannten HM garantieren einen erholsamen Schlaf, so gut das wir uns fĂŒr den letzten Aufstieg zum Hochfirst den Wecker stellen mussten 😉

Wandern mit Lotte und Jorinde

Mit zwei jungen Eseldamen vom Adamshof unterwegs im SĂŒdschwarzwald. Eine faszinierende Erfahrung die mit Vorurteilen ĂŒber das Grautier aufrĂ€umt. Sie lieben die Freiheit, ihre Herde und das Fressen. Ein entscheidender Grund weswegen Esel gerne laufen. Der erste Eindruck zĂ€hlt: was dein Esel ĂŒber dich denkt, wie du auftritts, welche Ausstrahlung du hast. Wenn er merkt das du mit Freude an seiner Seite gehst, folgt er dir auch ohne FĂŒhrstrick. Mal hĂ€ngt er bissl hinterher und kommt dann in einem Eselgalopp zu dir, mal rennt er vorneweg das du Sorge hast ob du ihn (und dein GepĂ€ck) jemals wiedersiehst.

Auch wenn Esel sicher die HĂ€lfte ihres Körpergewichtes tragen können, mute das deinem Esel nicht zu. Maximal das doppelte was du selber tragen wĂŒrdest, bei mir sind das dann 30kg!

Wunderbare Entschleunigung mit einem Esel zu wandern, auch Mehrtagestouren sind möglich. Erwarte allerdings keine riesigen Tagesetappen. Je nach GelĂ€nde schaffst du mit deinem hĂŒbschen vierbeinigen GefĂ€hrten 10-20km.

Busenberger Holzschuhpfad

Die Pfalz – Wandern im Dahner Felsenland – Eine Premiere 😊
Eine Tageswanderung rund um den Drachenfels bei Busenberg. Wunderschöne Aus- und Einblicke in die Wanderregion PfÀlzer Wald. Ein Vergleich zum Elbsandstein kommt immer wieder auf, nicht nur wegen dem Sandstein der hier allerdings rot gefÀrbt ist.

Malerweg 2020

6 Tage, 112 km, 4200 hm, 35 Wanderstunden

Eine Mehrtages Wanderung durch die SĂ€chsische Schweiz auf den Spuren der Maler und Dichter.

Unglaublich viele Stufen, verwunschene Waldwege durch eine traumhafte Landschaft mit immer wieder begeisternden Aussichten sind die Merkmale dieses Wanderweges, der rechtselbisch ĂŒber die Bastei und die Schrammsteine bis zur NeumannmĂŒhle fĂŒhrt, dann ĂŒber den Grossen Winterberg nach Schmilka. Linkselbisch geht es dann ĂŒber die Kaiserkrone, die Rauensteine und die Festung Königstein zurĂŒck nach Pirna.

Die AusrĂŒstung mit Zelt wog incl. Verpflegung fĂŒr 6 Tage und min. 2 Liter Wasservorrat ca. 14 kg. Meine Tagesetappen waren zwischen 13 und 25 km lang mit bis zu 1000 hm. Die Tour ist fĂŒr 7 oder 8 Tage zu empfehlen, da man sich so noch viel mehr unterwegs ansehen kann und genĂŒgend Zeit hat jeden Stein hochzukraxeln.

Am Ende jeder Etappe findet sich eine Herberge, die ich jedoch nur auf der Burg Hohnstein genutzt habe. Es hat sich absolut gelohnt draußen zu schlafen, ob im Zelt oder im Biwak. Dabei gilt es die Verhaltensregeln des NP SĂ€chsische Schweiz zu beachten!

Als passenden Abschluss fand ich den Besuch der GemÀldegalerie Alte Meister im Dresdner Zwinger. Wie der Name dieses Weitwanderwegs schon verrÀt, haben sich Maler wie Bernardo Bellotto, bekannt als Canaletto, von dieser einzigartigen Landschaft inspirieren lassen. Seine und weitere Originale lassen sich in der Galerie bewundern.

Absegeln Bodensee 2020

Anstelle des fĂŒr diesen Zeitpunkt geplanten Mittelmeertörns Elba-Korsika-Sardinien, war mal wieder das Bodensee Revier angesagt. Als Zuhause fĂŒr 4 Tage diente eine Focus 750, Performance Cruiser Mini-Family-Yacht. Ein hĂŒbsches, leichtes und damit sportliches Boot mit 31qm SegelflĂ€che, wohnlichem und hellem Innenraum, viel Platz in der Bugkoje und im Cockpit, dafĂŒr umso weniger in der Pantry/Salon. Hier musste ich mit 1,70m stĂ€ndig den Kopf einziehen.

Ein-Hand nicht ganz un-umstĂ€ndlich zu Segeln, die Pinne war nicht zum feststellen und die Winschen und Klemmen vorne auf dem KajĂŒtdach statt im Cockpit.

Mit einem behelfsmĂ€ĂŸigen „Autopiloten“ der zumindest bei stetem Wind den Kurs halten konnte, waren die HĂ€nde frei fĂŒr den Feintrimm der Segel, nicht ganz unwichtig bei 1-2 WindstĂ€rken und es war sogar ein Rundgang auf dem Deck möglich ;). Zum Trimmen das Vorsegels gibt es Schienen und fĂŒr das Grosssegel einen Traveller der in der Plicht verlĂ€uft und gleichzeitig den Crew- vom Steuermann Bereich abgrenzt.

2023-Griechenland

Das ist kein kommerzielles Angebot, lediglich eine Gelegenheit zum Mitsegeln bei einer privaten Urlaubsreise.

Welches der griechischen Reviere es tatsÀchlich wird, ist noch nicht entschieden. Sicher aber mindestens 14 Tage Buchten bummeln zum Ende der Saison im September/Oktober.

Interessiert? Dann einfach ĂŒber das Kontaktformular eure Daten eingeben, ich melde mich dann bei euch.

freie Kojen: 4

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