đŸŸ Wanderwolfs Reise Blog

Autor: Mario Seite 1 von 4

Forststeig 2024

https://www.forststeig.sachsen.de/

Eine 100km Trekkingroute durchs linkselbische Elbsandsteingebirge die schon seit 3 Jahren auf unserer Wunschliste stand. In 7 Etappen mit gemĂŒtlichen 15-20km pro Tag. BiwakplĂ€tze oder TrekkinghĂŒtten als Etappenziel, auch ein Zeltplatz auf tschechischer Seite bieten genug Infrastruktur um mit Zelt und Schlafsack sicher und trocken durch die Nacht zukommen.
Wir starten gegen Mittag bequem vom Dresdner Hauptbahnhof und fahren bis nach Schmilka. Die erste kurze Etappe bringt uns bis zum Zschirnstein-Biwak. Schnell hat uns der Trekking Rhythmus wieder in seinem Bann. Uns gefĂ€llts, einfach nur laufen, die Ruhe des Waldes auf sich wirken lassen, die Wunderwerke der Natur bestaunen und 
 frĂŒh ins Bett gehen.
Zwischendrin bietet sich die Gelegenheit auf einem Zeltplatz zu ĂŒbernachten, böhmische SpezialitĂ€ten und feines Bier zu fairen Preisen. Hier wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen und in den Nacht- und frĂŒhen Morgenstunden auch mal Schuhe und RucksĂ€cke aus den Zelten stehlen, gefĂ€llt es uns. Die Quelle oberhalb des Zeltplatzes merken wir uns fĂŒr den RĂŒckweg, die Ortschaft Ostrov streifen wir noch einmal in den kommenden Tagen.
Die Route fĂŒhrt uns durch zauberhafte WĂ€lder, Birken, Buchen, KiefernbestĂ€nde, immer wieder auf aussichtsreiche Gipfel, wir sehen Schwarzspechte, Blindschleichen und lauschen dem Gezwitscher der Vögel. Nur ab und an treffen wir auf Kletterer, andere Wanderer, zumeist auf den BiwakplĂ€tzen oder in der NĂ€he von ParkplĂ€tzen auch TagesausflĂŒgler. Die meiste Zeit sind wir allein auf der Route, umgeben vom betörenden Duft von Maiglöckchen und BlaubeerstrĂ€uchern soweit das Auge reicht 
 leider ist es fĂŒr diese leckeren Beeren des Waldes noch zu frĂŒh im Jahr.
Ob es eine gute Idee ist entlang des Forststeiges so viel Infrastruktur zu bieten wird sich mit der Zeit zeigen. Die Idee mit den Übernachtungstickets ist prima, wenn auch nicht so gĂŒnstig. Immerhin werden pro Person 10,-€ fĂ€llig. Über Quellen entlang der Route muss man sich gut informieren, das kann im Sommer schwierig werden.

Ansegeln+ 2024

FĂŒr den Start in die Segelsaison 2024 haben wir uns das Revier der sogenannten DĂ€nische SĂŒdsee ausgesucht. Das Revier liegt sĂŒdöstlich FĂŒnen und ist geprĂ€gt von vielen kleinen Inseln und Flachwasser. Eine Dehler 34 steht uns zur VerfĂŒgung und zwei Segelfreunde aus NĂŒrnberg werden uns begleiten.

Bevor wir jedoch von Flensburg aus starten, werden wir mit den SeebĂ€ren einen Teil der Mola Flotte von Breege nach Flensburg ĂŒberfĂŒhren … alle Jahre wieder ein anstrengendes aber erlebnis- und lehrreiches Unterfangen. Mit der ‚Gerburg‘, eine Bavaria 34 und unseren Mitseglern Christoph und Marcel starten wir am Samstag nach der Crewbesprechung in Richtung Flensburg ĂŒber Gedser, Bagenkop und GlĂŒcksburg. Knapp 160 sm liegen vor uns. Bei zum grossen Teil achterlichen Winden, Sonnenschein aber auch Graupelschauern sind wir mit 7kn Fahrt ĂŒber Grund (max 9,9kn) flott unterwegs. Alles flutscht, nix geht zu Bruch und wir können das Böötle am Dienstag an den StĂŒtzpunkt Flensburg ĂŒbergeben.

Jetzt beginnt unser DĂ€nemark Urlaub. Neue Yacht ĂŒbernehmen, einkaufen, alles stauen, mit dem Schiff vertraut machen und auf unsere Mitsegler RenĂš und Michael warten. Wir haben keine feste Route geplant, wollen nach Wind und Laune jeden Tag aufs neue unser Ziel festlegen. Wir mĂŒssen nur beachten, das wir in einer Woche wieder hier in Flensburg sein sollten.

Am ersten Tag lernen wir SĂžnderborg kennen, da gibt es eine Kneipe, das SKAAL mit sagenhaften 24 Biersorten vom Fass. NatĂŒrlich probieren wir nicht alle Sorten, aber ein DĂ€nisches soll es schon sein.

Der nĂ€chste Tag bringt uns durch den Alssund, begleitet von Schweinswalen erreichen wir am frĂŒhen Abend die Bucht von Dyvig. Vor dem Abendessen (es gibt Linsencurry) leibt noch Zeit fĂŒr einen Spaziergang rund um den Hafen.

Tag 3 hÀlt uns der Regen zunÀchst in Dyvig fest, am Mittag klart es auf und wir nehmen Kurs auf LyÞ. Nach 24sm ankern wir in Lee an der Norwestspitze der Insel. Bei Temperaturen um die 8 Grad und sternenklarem Himmel geniessen wir diesen traumhaften Ankerplatz.

Ausschlafen auch an Tag 4, erst gegen Mittag lichten wir den Anker und nehmen Kurs auf ÆrĂžskĂžbing. Bei 3 WindstĂ€rken rauschen wir die 24 Seemeilen durch nahezu freies Wasser und machen nach 5 Stunden im Seglerhafen von ÆrĂžskĂžbing fest. Spannend war hier die Ansteuerung da die Fahrwassertonnen erst ab Mai gesetzt werden. GerĂ€ucherte Makrele, Hering und ÆrĂž Bier fĂŒllen die hungrigen SeglermĂ€gen. Danach bleibt noch Zeit fĂŒr einen ausgedehnten Strandspaziergang zu den bunten Strandhuset am Badestrand. Auch das erste Eis des Jahres gibt es hier.

Leider mĂŒssen wir uns schon wieder auf den RĂŒckweg machen, Zwischenziel ist noch einmal SĂžnderborg. Vor uns liegen 31sm, bei 4 bft fĂŒr unsere kleine Dehler perfekte Bedingungen. Das Beste aber: heute das erste FrĂŒhstĂŒck ohne unsere Webasto Standheizung! Es wird Sommer!

Noch einmal Ausschlafen da der Wind erst am Mittag gĂŒnstig weht. 21sm durch die Flensburger Förde mit den Speziellen WindverhĂ€ltnissen Scherungen, Leitplanken-, Kapeffekte und DĂŒsen segeln wir unter Vollzeug, manchmal flott mit 7kn machmal auch nicht wenn Windscherungen uns bis zum Stillstand bremsen. Taktikfehler 😉

Nach 136 sm geht unser erster Törn in die DĂ€nische SĂŒdsee viel zu schnell zu Ende. Klar ist wir kommen wieder.

SĂŒdliche Vogesen auf dem GR5

Zum Saisonauftakt 2024 machen wir uns wieder auf die Wandersocken und besuchen die nahe gelegenen Vogesen. FĂŒr einen entspannten Start quartieren wir uns in La Bonhomme ein. Schnell und gĂŒnstig fĂŒr 4,-€ mit dem Bus von Colmar zu erreichen.
Der erste Tag beginnt regnerisch und beschert uns einen doch recht mĂŒhsamen Aufstieg zu unserem zweiten Quartier, dem Refuge des 3 Fours, eine Herberge des Club Alpin Francais. Durch BuchenwĂ€lder vorbei an Hochmooren mitten rein ins Naturschutzgebiet der Hochvogesen. MilitĂ€rische Befestigungen und Soldatenfriedhöfe zeugen von der bewegten Geschichte der Region. Nach 8 Stunden und knapp 1300 Höhenmetern erreichen wir am Abend unser Quartier. Nach einer ausgiebigen Mahlzeit und einem Glas Wein geht fĂŒr uns der Tag recht frĂŒh zur Neige.

Der nĂ€chste Tag begrĂŒsst uns wesentlich freundlicher. Unser Weg fĂŒhrt uns heute ĂŒber den Hohneck, weithin sichtbar mit immerhin 1363m vorbei an der markanten Martinswand, an deren HĂ€ngen Gemsen grasen, weiter entlang des Höhenkamms von Rainkopf und Batteriekopf runter zum Col de Herrenberg bis kurz vor Le Markstein zum Naturfreundehaus in Treh. Durch zauberhafte WĂ€lder ĂŒber Wiesen mit wilden Narzissen ein entspannter Wandertag mit nur 680 Höhenmetern.

Nach einer erholsamen Nacht im eigenen Zimmer und einem Porridge FrĂŒhstĂŒck (Selbstversorger HĂŒtte mit einer riesigen KĂŒche) machen wir uns auf zur Schlussetappe. Höhepunkt ist die Überschreitung des Höchsten in den Vogesen, dem Grand Ballon mit seinen 1424m. Kurz nach der HĂŒtte ist der Weg vor und neben uns regelrecht umgegraben. Wenig spĂ€ter treffen wir auf die Truppe, ein Rotte von 8 stattlichen Wildschweinen kreuzt unseren Weg. Das Wetter wird zunehmend sonniger und wir nehmen den Abstieg nach Thann in Angriff. Auf gut ausgeschilderten Wanderwegen gesĂ€umt von Burgruinen erreichen wir am frĂŒhen Abend den Bahnhof von Thann. Von dort bringt uns die Regionalbahn zurĂŒck nach Colmar.

Die Tour ging mit leichten Abweichungen entlang des GR5 auf dem man die Vogesen der LĂ€nge nach durchqueren kann. Unser Abschnitt war 67km lang mit knapp 2800 Höhenmetern. Am gĂŒnstigsten ĂŒbernachtet man in den NaturfreundehĂ€usern mit Selbstversorgung. BerghĂŒtten bieten oft HP, da ist man dann schnell bei 50,- p.P.

Rund RĂŒgen+ 2023

Der erste Tag begann direkt mit einem Hafenlieger, da die Übernahme bissi lĂ€nger dauerte. Tag zwei begrĂŒsste uns mit dickem Nebel, Zeit fĂŒr Hafenmanöver um auch die Eigenschaften der Dehler kennenzulernen. Am Nachmittag wurde die Sicht besser und ein kurzer Schlag unter Maschine durch die engen Boddenfahrwasser bis Kloster. Ein nahezu leerer Hafen erwartete uns, Zeit ein bisschen spazieren zu gehen, Ziel war der uns (von See) bekannte Leuchtturm am Dornbusch.
Ohne Hektik begann der dritte Tag. Unter Maschine durch das schmale Fahrwasser in Richtung Norden um dann vor Hiddensee bei achterlichem spĂ€ter halbem Wind die Segel zu setzen. Der kĂŒrzere, landschaftlich auch reizvolle Weg zwischen Hiddensee und RĂŒgen wĂ€re auch möglich gewesen, spannender war aber die Fahrt durch die Barhöfter Rinne. PĂŒnktlich zur Öffnung der ZiegelgrabenbrĂŒcke waren wir in Stralsund, also noch schnell durchhuschen und auf der Ostseite den Hafen des YC DĂ€nholm anzusteuern. Auch wenn der YC schon im Winterschlaf war (Teile der Stege waren abgebaut) hĂ€tten wir mit unserer Breite von 3,60m Schwierigkeiten gehabt eine passende Box zu finden. Auf freundliche Einladung der SS DĂ€nholm machten wir dann lĂ€ngs an deren Steg fest. WC und Dusche standen im Clubhaus zur VerfĂŒgung.
Wir hatten den Wind aus Ost erwartet, aber das es so schwierig werden wĂŒrde aus dem Strelasund zum Greifswalder Bodden zu kreuzen war dann doch eine seglerische Herausforderung. Der Wind stand fĂŒr unser Ziel ‚Irgendwo RĂŒgischer Bodden‘ nicht gĂŒnstig, also neues Ziel PeenemĂŒnde. Die Seekarte zeigte eine spannende Ansteuerung, vor PeenemĂŒnde ist es ausserhalb der Fahrwasser ziemlich flach, also sauber navigieren und keine Kompromisse eingehen. Vor Ort sollte sich allesweit weniger spektakulĂ€r zeigen, da alles sehr gut betonnt war und auch der Seekarte entsprach. Der Nordhafen ist mit seiner Zufahrt Westexponiert, also bestand auch nicht die Gefahr das das Hochwasser der letzten Woche hier sein Unwesen getrieben hat. Das dies nicht auf alle HĂ€fen auf RĂŒgen zutrifft, sollten wir am nĂ€chsten Tag erfahren. Aber nun wisst ihr wofĂŒr das ‚+‘ im Titel steht: RĂŒgen+Hiddensee+Usedom

Mit dem ersten Tageslicht werfen wir die Leinen los und steuern unser nĂ€chstes Ziel Glowe an. Eine ziemlich flotte Fahrt im zweiten Reff wegen durchziehender Squalls mit Windspitzen um die 30 Knoten. Glowe ist bei SĂŒdwind einfach anzusteuern, nur der Tiefenmesser zeigte statt der erwarteten 2,20m nur 1,60m (bei 1,55m Tiefgang bissi knapp). Auch hier wieder ein Hafen im Winterschlaf, zur Übernachtung nach einem langen Segeltag jedoch perfekt fĂŒr uns.
Am nĂ€chsten Morgen blĂ€st der Wind weiterhin aus sĂŒdlicher Richtung, allerdings hat sich eine ziemliche Welle aufgebaut, sodass wir schön durchgeschaukelt werden. ZĂŒgig geht es in Richtung Kreidefelsen und um die nördlichste Spitze der Insel, Kap Arkona. Zeit fĂŒr uns einen guten Schluck Rum mit Rasmus zu teilen. Nach der Ansteuerungstonne Libben, direkt vor der ersten Fahrwassertonne bergen wir die Segel und tuckern gen SĂŒden bis zum Breeger Fahrwasser. Der weiter aus SĂŒden wehende Wind trĂ€gt uns -jetzt wieder unter Segel- an der Wittower FĂ€hre vorbei bis zu unserem Ausgangshafen in Breege.
Nach 170sm sind wir wieder ‚daheim‘. Doch wir haben noch einen Tag fĂŒr den Jasmunder Bodden. Der Tag ist perfekt dafĂŒr, auch wenn uns die Zeit nicht mehr fĂŒr einen Anleger in Ralswiek reicht. Der Bodden selbst bietet viel Platz zum Segeln, kaum Untiefen und wenn dann sind sie gut betonnt. Also geniessen wir einfach den Tag auf dem Wasser. Mit der untergehenden Sonne segeln wir dann gemĂ€chlich zurĂŒck nach Breege.

Absegeln 2023

Und wieder einmal mit der Mola Flotte von West nach Ost. Auch in diesem Jahr sollte diese Veranstaltung unter einem besonderen Stern stehen. Der Jahrhundert Sturmflut an der Ostsee. Tage zuvor blĂ€st ein krĂ€ftiger Wind stetig die Wassermassen gen Westen, sodass Freitag Nacht, dem 20.Oktober 2023 mĂ€chtige 2,3m ĂŒber Normalpegel im Flensburger Hafen stehen. Keine Chance trockenen Fusses zu den Boote zu kommen. Der Start der Flotte gen Breege wird kurzfristig auf den Sonntag verschoben. Auch wenn Mola die Flotte dann erst am Dienstag erwartet, die meisten Crews sind terminlich nicht so flexibel, was den kleineren (langsameren) Booten eine Nachtfahrt einbringt. Wir können uns auf die Schnelligkeit unserer Dehler 38SQ verlassen und planen zumindest einen Stopp in Gedser oder Fehmarn, je nachdem wie der Wind steht.

Am Sonntag gehts dann auch mit vollem Tuch flott aus der Flensburger Förde in Richtung Fehmarn Belt. Die einzige Herausforderung ist die Tunnelbaustelle, kennen wir noch vom letzten Jahr. So dachten wir 
 vor Gedser bergen wir die Segel, ich habe MĂŒhe das Boot in den Wind zu stellen. Schnell ist klar wir fahren nur noch mit Standgas. Der Bowdenzug ist gerissen. Gemeinsam beraten wir welche Optionen wir haben und kommen nach kurzer Zeit zu der Entscheidung keinen PAN-PAN abzusetzen, sondern einen Notbowdenzug zu installieren. Durch die Löschöffnung des Niederganges fĂŒhren zwei BĂ€ndsel vom Gashebel am Motor nach draussen. Somit kann ein Crewmitglied mit Blickkontakt zum RudergĂ€nger Gas geben oder eben wegnehmen. Per Handy und Funk erlĂ€utern wir den Crews in Gedser unser Problem und bitten um UnterstĂŒtzung beim Anlegen in dem uns unbekannten Industriehafen. Dank der gesamten Crew gelingt es uns unseren Havaristen sicher festzumachen.
Auch der nÀchste Tag wird wieder spannend, reichlich Schiffsverkehr, VTG queren, dabei viel segeln bei anfangs gutem Wind, wenig motoren, nur die letzten Meilen durch das enge Breeger Fahrwasser und das wieder einmal bei Nacht. Starke Handscheinwerfer helfen beim Navigieren von Tonne zu Tonne.
Irgenwann gegen Mitternacht erreichen wir unseren Heimathafen und können am Fischersteg lĂ€ngs festmachen. Auch dieses Manöver klappt reibungslos, dank der guten Kommunikation an Bord. Die gesamte Crew der ‚4.Welle‘ ist stolz diese Herausforderung bestanden zu haben, auch zu spĂ€ter Stunde gibt es ein Anlegerbier und auch noch was zum Essen.
Wir hoffen das es im nÀchsten Jahr nicht ganz so turbulent zugeht und wieder Yardstick Regatta gesegelt werden kann.

Zieh nicht den Stöpsel

Nun endlich auf den höchsten Gipfel der deutschen Alpen. FrĂŒh morgens von Ulm mit dem Zug zum Eibsee, eine kurze Einkehr an der Alm bevor wir den Aufstieg zur WNH angehen. Mal mehr mal weniger steil ĂŒber sommerliche Skipisten und Waldwege, spĂ€ter kraxelnd, bis wir gegen vier die auf 2220m gelegene WNH erreichen. 15Min spĂ€ter setzt der angekĂŒndigte Regen ein, der erst nachts um elf nachlĂ€sst. Zeit genug den vor uns liegenden Stopselzieher abzutrocknen. Zum Abendessen gibt es Geschnetzeltes mit Nudeln, einfach aber lecker!
Der Wecker klingelt um fĂŒnf, 30min spĂ€ter sind wir unterwegs zum Gipfel. Über ein kleines Geröllfeld welches noch im Dunkeln liegt, erreichen wir den Einstieg zum Alpinpfad nach oben. Einige Sicherungen im unteren Bereich nach wie vor lose, weiter oben streckenweise neu verdrahtet.
Nach knapp 3h am Gipfel, und wieder das Plateau fast fĂŒr uns allein 😃. Kleine Brotzeit, ein GC an der alten Bergstation der Tiroler Bahn und dann den mittlerweile vollkommen ĂŒberlaufenen Abstieg zur KnorrhĂŒtte, wo wir am Nachmittag ankommen. Noch zu erwĂ€hnen das „wohltuende“ Bad im Gletschersee am Platt 😂

Unser RĂŒckweg startet halb acht hinunter ins Reintal, ein wunderbares PlĂ€tzchen zum FrĂŒhstĂŒcken finden wir nach einer Gehstunde. Porridge und frischer Espresso đŸ„°. Weiter fĂŒhrt uns der Weg zur Quelle der Partnach an der ReintalangerhĂŒtte vorbei (stempeln und GC vergessen) bis zur BockhĂŒtte. Zeit zum vespern und ein kurzes Nickerchen im Schatten. Ausgeruht nehmen wir den letzten Abschnitt bis und durch die Partnachklamm unter die Stiefel. Um kurz vor sechs stehen wir dann am Bahnsteig in GAP und lassen auf der RĂŒckreise unsere Tour noch einmal geistig passieren. Es war wunderschön â›°ïžđŸ„°

Via delle Bocchette

Auch diese Tour stand schon lange auf unserer Wunschliste. Eine Kombination aus Eisenweg, Bergwandern und HĂŒttentour. Genau richtig fĂŒr Juli 2023, denn der letzte Klettersteig lag tatsĂ€chlich schon wieder 2 Jahre zurĂŒck.
Die ‚Ferrata di Bocchette‘, ein Klassiker in der sĂŒdlichen Brenta fĂŒhrt uns von Madonna di Campglio mit der Seilbahn zum Rif.Stoppani. Von dort starten wir unsere 5-Tages-Tour. Die Etappen gehen wir mit ausreichend Reserve, zeitlich als auch wetterbedingt. So richtig wissen wir ja nicht was uns ‚da oben‘ erwartet. Altschneefelder, Gletscher, WetterumschwĂŒnge? Also Bergstiefel, Grödel, Helm, SicherungsgerĂ€t, Stöcke, eine NotfallausrĂŒstung und entsprechende Bekleidung fĂŒr eine Hochgebirgstour. Auch wenn wir sehr frĂŒh in der Saison dran sind haben wir alle HĂŒtten vorsorglich reserviert. Nachdem es bei unserer Anreise noch wie aus Eimern geregnet hat, erwartet uns die folgenden Tage eine eher stabile Wetterlage. Im Laufe der Tour entscheiden wir uns dennoch jeweils fĂŒr die leichtere Variante. Absolut die richtige Wahl, jeder Tag ist ein Berggenuss vom Feinsten. Nicht allzuviel Höhenmeter kombiniert mit Klettersteigen entlang der ‚JahrmillionenbĂ€nder‘ hoch oben und Abends eine warme und trockene BerghĂŒtte. Die Orientierung fĂ€llt leicht, selten geht es auch mal weglos voran, da hilft dann aber das GPS auf dem wir den Track vorbereitet haben.
Die tatsĂ€chlich anstrengendste Etappe war dann der RĂŒckweg vom Rif.XII Apostoli nach Madonna di Campglio. Der Abstieg ist anfangs stufig und fĂŒhrt dann weiter durchs Val d’Agola zurĂŒck zum Ausgangspunkt.
Am Ende hatten wir dann 35 km Wegstrecke und ca. 3000 Höhenmeter auf dem Tacho, davon 800hm im Aufstieg mit der Seilbahn

Nebel im Fehmarn Belt

Nun endlich war es wieder soweit. Nach zwei Jahren behördlich verordneter Zwangspause durfte wieder gemeinschaftlich gesegelt werden. Zum Abschluss der Saison 2022 wollten 26 Yachten von Flensburg nach Breege auf RĂŒgen gebracht werden. Die Mola Flotte wurde in diesem Jahr komplett erneuert, auch wir hatten eine nagelneue Bavaria 41 mit dem Namen Zephir. Schon fesch so ein nagelneues Bootle.

Unsere Route fĂŒhrte uns am ersten Tag 48 Seemeilen nach Bagenkop an der SĂŒdspitze von Langeland. Zahlreiche neugierige Schweinswale begleiteten uns immer wieder ein StĂŒck. Der zweite Schlag hatte als Ziel den Seglerhafen in Gedser, 52 Seemeilen teilweise unter Maschine. Nahezu der gesamte Fehmarnsund war an diesem Tag in dicken Nebel gehĂŒllt und die Nebelhornwarnanlage war fast den ganzen Tag im Einsatz. Am Montag war dann unser bester Segeltag, auch wenn wir wĂ€hrend der Yardstick-Regatta immer 1,5kn Strom gegenan hatten. Sonnenschein wechselte sich mit Regenschauern ab, mit Einbruch der Dunkelheit jedoch funkelten dann die Sterne um die Wette, eine prima Gelegenheit unser Wissen ĂŒber Sternbilder aufzufrischen.

Auch wenn die Regatta Ergebnisse zweitrangig sind, waren wir schon bissi stolz auf den 4.Platz in der Gesamtwertung von immerhin 26 gewerteten Booten.

Peaks of the Balkans

Nachdem wir mit unseren bisherigen Mehrtagestouren die nĂ€here Umgebung erkundet haben, geht’s im Juni 2022 bissi weiter weg. Verschiedene Reiseberichte haben uns inspiriert, den 3-LĂ€nder-Rundweg, den Peaks of the Balkans, kurz PoB, zu entdecken. Der Rother-WanderfĂŒhrer berichtet von 10 Tagestouren zwischen 4 und 7 Gehstunden, fast beliebig mit Gipfelabstechern erweiterbar.

Wir wollen den PoB entgegen der im Rother beschriebenen Richtung und als Selbstversorger, mit dem Zelt erkunden und sind damit unabhĂ€ngig von Etappenzielen und UnterkĂŒnften. Allerdings dadurch mit 5kg mehr GepĂ€ck auch langsamer.

Doch unsere Wanderung in der Grenzregion von Montenegro, Albanien und dem Kosovo beginnt beginnt nicht erst auf dem Balkan sondern direkt vor der HaustĂŒr. Die Anreise mit Bus und Bahn ĂŒber Wien, Zagreb, Belgrad und Podgorica nach Plav ist Teil unseres Abenteuers.

Tag 1
Nach unserer Ankunft in Plav gegen Mittag, stĂ€rken wir uns in einem Cafe und statten der Border Police einen Besuch ab. Unsere E-Mail fĂŒr das Permit ist natĂŒrlich nicht angekommen, jedoch bekommen wir innerhalb 20Min neue Permits fĂŒr den GrenzĂŒbertritt ausgestellt. Gegen 1400 Uhr starten wir unsere erste Etappe. Ziel ist der See Hridzko Jezerko, anstrengende 1000hm in der Nachmittagssonne. Circa 1h vor dem See finden wir direkt am Weg eine komfortable SchutzhĂŒtte bei Veliki Hrid, purer Luxus mit Tisch Bank und SchlafplĂ€tzen fĂŒr 6 Leute. Wir beschließen hier zu bleiben, da uns neben dem Aufstieg auch noch die Anreise in den Knochen steckt.

Tag 2
Super geschlafen bis kurz nach 6, der Plan war am See zu frĂŒhstĂŒcken. Im Abstieg, teils schneebedeckt, haben wir immer wieder den Weg verloren. Eine Einstimmung was uns auf den nĂ€chsten Etappen immer wieder begegnen wird.
Auf dem Weg nach Babino Polje treffen wir zwei deutsche MTB Fahrer die mit dem Bulli unterwegs sind und auch ein paar Etappen auf dem PoB wandern wollen. Ob wir sie wiedersehen werden?
Wir folgen der Beschilderung. Dies gestaltet sich mĂŒhsam, da das queren der Furten wegen hohem Wasser nicht möglich ist, also wieder zurĂŒck nach Babino und dem GPS Track aus dem WanderfĂŒhrer nach oben gefolgt, seitdem haben wir eine vierbeinige Begleiterin, wir nennen sie Pauline.
Unterhalb des Grenzsattels zum Kosovo finden wir einen wunderbaren Platz fĂŒr unser Zelt. Kaum ist das Essen (Travellunch Nudeln mit Bolognese) fertig, beginnt es zu hageln. Wir machen es uns im Zelt gemĂŒtlich, Pauline darf im Vorzelt liegen, sie mag auch kein Gewitter. Nach dem Essen gab’s noch einen heißen Fenchel Anis Tee.

Tag 3
Super erholt waren wir um kurz nach sieben wach, der Himmel ist ein bisschen bewölkt. Pauline war wieder nach Hause gelaufen.
Heute ist unser Ziel Gjvukai im Kosovo. Ein Höhenweg mit vielen Seen und tollen PlĂ€tzen zum Rasten, Blumenwiesen mit Enzian, SchlĂŒsselblumen, Krokussen und immer wieder Altschneefeldern erwarten uns. Nach dem Jelenka Pass ein augedehntes Schneefeld, das wir zum GlĂŒck im Abstieg leicht ĂŒberwinden können. Eine Gruppe PoB Hiker aus Belgien kommen uns entgegen, die mĂŒssen ĂŒber den Schnee nach oben, kein Spass!
In der NĂ€he des Rugova Tales leider immer wieder viel MĂŒll entlang des Weges. Nach 9h sitzen wir in Gjvukai, gleich am Ortseingang, im Restaurant Shpella und trinken ein Peja Bier und hoffen auf eine Dusche und ein Zimmer.
Der Wirt spricht deutsch und hat ein zeitlang in Bremen gearbeitet und gewohnt. Wir bekommen fĂŒr 40,-€ ein ganzes Haus, die ersehnte Dusche, die SchlafrĂ€ume oben nutzen wir nicht und schlafen im Wohnzimmer, da wo der Kamin WĂ€rme spendet. Gerne nutzen wir den Fahrservice vom Restaurant zum GĂ€stehaus.

Tag 4
Auch wenn wir trocken und warm geschlafen haben, wars trotzdem nicht besonders gut. Draußen ist halt doch was anderes. Um 0800 kommt unser Abholdienst zum FrĂŒhstĂŒck. Es gibt Omelett wahlweise mit Schinken oder KĂ€se, Tomate, Gurke, TĂŒrkischem Kaffee und Tee.
Um 0915 Start zur nĂ€chsten Etappe. Ein gut wanderbarer Fahrweg, dann ein steiler Pfad mit den bereits bekannten Baumhindernissen. Ab Dugaive setzt dann Regen ein. Seit der Ortschaft Drelaj haben wir wieder eine vierbeinige Begleitung „Drela“. Das Wetter verschlechtert sich zunehmend. UngefĂ€hr 400m vor unserem Tagesziel, eine vermeintlich intakte HolzhĂŒtte, hören wir das Blöken einer Schafherde, na und wer passt hier oben auf die Tiere auf? Unser erstes Aufeinandertreffen mit zwei Herdenschutzhunden, den Ć arplaninac. Anzunehmen das bei weiterer AnnĂ€herung nach dem Knurren die nĂ€chste Eskalationsstufe folgt. Da wir wegen dem aufziehenden Nebel keinen Blickkontakt zu dem SchĂ€fer aufnehmen können, machen wir lieber kehrt und weichen großrĂ€umig ĂŒber einen steilen Wiesenhang aus.
Mitten im GebĂŒsch ein riesiger Haufen BĂ€renkot, na prima, nun haben wir die Wahl zwischen Schutzhund und BraunbĂ€r. Es regnet mittlerweile in Strömen, der Umweg kostet uns eine Stunde extra.
Die geplante ÜbernachtungshĂŒtte am Fuss des Hajla ist völlig verfallen und kommt nicht in Frage. Wir gehen ein paar Meter weiter den Berg hinunter und finden einen wunderbaren Platz zwischen zwei BĂ€umen mit freiem Blick auf die gegenĂŒberliegenden BerghĂ€nge, welche morgen unser Ziel sein werden. Mittlerweile regnet es nicht mehr aber es windet ein bisschen. Wir kochen im Zelt und machen es uns gemĂŒtlich. Der Abend ĂŒberrascht uns mit einem wundervollen Licht und einem farbenfrohen Regenbogen. Wegen der BĂ€ren wird alles Essbare außerhalb vom Zelt gelagert, die RucksĂ€cke ziehen wir ein StĂŒck am Baum hoch. Und wieder genießen wir die Ruhe am Berg und das allein sein in vollen ZĂŒgen.

Tag 5
Nach einer ruhigen sternenklaren Nacht am Fuße des Hajla haben wir nach einem feinen MĂŒslifrĂŒhstĂŒck bei Sonnenschein den Abstieg nach Reke angetreten. Eine HĂŒtte auf halben Weg hĂ€tte auch gut als Zeltplatz getaugt. Ein Schwatz mit einem albanischen Lehrer aus Oldenburg , einem Eis und Mokka im Restaurant Villa me quira ergĂ€nzen unseren Weg nach unten.
Auf der Straße zum Rugova Camp flattert uns ein Schwalbenschwanz um die Köpfe. So federleicht möchten wir auch sein.
Im Restaurant Gryka bunkern wir Wasser und dann gehts 1200hm durch wunderschönen Buchenbestand steil den Berg hoch. Auf halbem Weg treffen wir zwei deutsche Wanderinnen. Auch die werden uns noch einmal begegnen.
WĂ€hrend einer Rast sehen wir Hinterlassenschaften eines BĂ€ren auf dem Weg, diesmal ist er tatsĂ€chlich ganz in der NĂ€he … frag Bettina.
Geschafft haben wir ca 300hm pro Stunde und waren gegen 1700 am See Pusi i Magarewe, unserem heutigen Ziel. WĂ€sche waschen, wieder Wasser bunkern, den Karstbrunnen im See bestaunen, See umrunden, Zeltplatz suchen. Tausende frisch geschlĂŒpfter Moskitos schwirren wie ein riesiger Drohnenschwarm ĂŒber unseren Köpfen. Direkt am Wasser zelten? Keine gute Idee.
Heute sorgt der Hobo fĂŒr das Kochfeuer, es gibt Nudeln mit PĂŒree und Trockenfleisch. Es wird eine sternenklare aber kalte Nacht, hoffentlich ohne BĂ€renbesuch. Unser absolut bester Schlafplatz bisher!

Tag 6
Ein sonniger Morgen zum FrĂŒhstĂŒck am See. Bissi rumgebummelt, Geschirr gespĂŒlt, Körperpflege, kurz nach neun brechen wir auf. Abstieg nach Milishevc ĂŒber ein steiles WiesenstĂŒck mit Ausblick auf das gesamte Tal. Unten dann unsere erste kurze Pause am Denkmal fĂŒr junge UCK KĂ€mpfer. Wir sehen viele Baustellen fĂŒr neue Touristen HĂŒtten.
In Roshkodol, gleich am Ortseingang werden wir von Achmed begrĂŒĂŸt und gastfreundlich zum Kaffee eingeladen. Wir zögern zuerst, lassen uns dann aber doch aus Höflichkeit drauf ein. Wir erfahren, Achmed ist ein ehemaliger Lehrer. Heute lebt der 74 jĂ€hrige von 270€ Rente mit seinen Ziegen und Rindern bescheiden in einer kleinen eher armen HĂŒtte. Seine Familie hat das Dorf verlassen.
Von weitem hören wir am Ortsausgang einen RasenmĂ€her? Benzin fĂŒr unseren Kocher! Ein Einheimischer der 35 Jahre in der Schweiz gearbeitet hat schenkt uns ein bissi Benzin. Dank Bettinas Französicher Sprachkenntnisse kommt es zu einer netten Unterhaltung. NĂ€chstes Ziel: der Roshkodoli Pass auf 2250m.
Nach 2 notwendigen und 2 weiteren unnötigen Flussquerungen, brrrr kaltes Wasser, fĂŒhrt uns der Weg durch ein malerisches Tal immer direkt am Fluss entlang der sich tief eingeschnitten hat. Blumenwiesen und Unmengen von (zukĂŒnftigen) Blaubeeren sowie einigen potentiellen Zeltwiesen. Wir wollen aber weiter auch wenn das Etappenziel heute wohl nicht erreicht wird.
Am Ende des Tales erwarten wir wieder einige Schneefelder.
Bevor uns das Wetter oder die Dunkelheit ĂŒberrascht, suchen wir gegen sechs einen passenden Platz fĂŒrs Zelt. Ein kleiner Sattel, direkt neben einem ehemaligen Beobachtungsposten oder auch Waffenversteck, gibt uns ein bisschen Schutz vor dem Wind. Hier oben ist es halt kalt um diese Jahreszeit.
Heute gibt es Beef Stroganov und einen Tee, zum Nachtisch Kaffee.

Tag 7
Nach einer wunderbar ruhigen Nacht, weckt uns die Sonne gegen sechs Uhr. Ein Übernachtungsgast zwischen den RucksĂ€cken hat wohl auch einen feinen Platz gefunden. Ausgesetzt weit weg vom Zelt konnte er uns nix mehr anhaben. Noch zu prĂŒfen welche Art Mini-Skorpion das war. Gepackt ist heute nicht ganz so schnell … Wegen der Sonne 😉 -nbrille
Der Plan bis Mittag in Doberdol zu sein, ging nicht auf. Viele Schneefelder, die umgangen oder gequert werden mussten, bremsen unser Vorankommen. An der Kosovarisch Montenegrinischen Grenze trafen wir zwei JĂ€ger … MĂ€nner mit Gewehren und Hunden, aus Babino Polje. Zwei der Hunde begleiteten uns bis hinter die Albanischen Grenze nach Doberdol. Dort haben sie es nicht ĂŒber den Bach geschafft den wir wieder Mal barfuß queren mussten. Hoffen wir das die zwei Halbstarken wieder nach Hause finden.
Heute begegneten uns drei Hiker, davon eine Alleinreisende junge Frau aus Lettland, nur mit der HĂ€ngematte unterwegs. Tapfer!
In Doberdol ging unsere heutige Etappe zu Ende, wir wollten eh einen (halben) Ruhetag einlegen, Unterkunft finden wir bei Bashkimi. Heißes Dusche, Frisches Essen, Brot, Suppe, Pommes, Salat, Kaffee, kaltes Bier … Und ein richtiges Bett … Nicht das unseres bisher falsch war.

Tag 8
Heute, so der Plan, wollen wir bis kurz vor Valbona. Fast 2 Etappen, zu einem bewirtschafteten Zeltplatz, auch nach dem ‚Ruhetag‘ gestern ne ziemlich lange Strecke. Mal sehen ob die Etappe nach Tehti machbar ist. Wir haben gehört das die gesperrt sein soll, wegen Schneefeldern und das es auch schon UnfĂ€lle gegeben hat.
Gleich zum Start in Doberdol eine vermeintliche Flussquerung. Es sollte eine BrĂŒcke da sein, doch die ist auch auf dieser Seite des Dorfes eingestĂŒrzt. Wie schon einige Mal erlebt, ist einfach der Wasserstand der FlĂŒsse zu hoch um trockenen Fusses auf die andere Seite zu kommen. Doch bevor wir die Stiefel wieder einmal ausziehen entdecken wir einen Steg, versteckt hinter einem kleinen HĂŒgel, direkt am Anwesen. Ein Privatsteg sozusagen. Diesen Weg meinte also unser freundlicher Gastgeber.
Entlang des Weges immer wieder tolle PlÀtze mit genialem Blick auf die Berge. Freilaufende Pferde begegnen uns. Wo die wohl zu Hause sind?
Wir treffen eine Hikerin aus Österreich die auch am 7.Juni ab Plav ihre Heimreise antreten will. Auch einen Kuckuck sehen wir, jeden Tag haben uns seine Rufe von Morgens bis Abends begleitet.
Unser Weg fĂŒhrt durch wunderbare Eichen- und BuchenwĂ€lder und noch nicht wieder bewohnte und teils vom Winter in Mitleidenschaft gezogene Hirtensiedlungen.
Wir durchqueren Cerem, eine alte Siedlung mit teils verfallenen HĂ€usern, eingebettet inmitten zum Teil steil aufragenden Felsmassiven und brodelnden FlĂŒsse. Gaaanz viel Natur eben. Am Ortsausgang treffen wir wieder auf eine kleine Pferdeherde, sie nehmen denselben Weg wie wir, nur in die andere Richtung. Dem Leittier sind wir nicht geheuer und er oder sie fĂŒhrt seine kleine Gruppe in einem sicheren Abstand um uns herum. Absolut unaufgeregt.
Der Abstieg nach Valbona, mit der “AbkĂŒrzung” sparen wir 5km Wegstrecke, sehr abenteuerlich. Ausgesetzt zugewachsen, ausgewaschene Rinnen waren zu queren … Super gemeistert! Gegen 1900 Uhr kommen wir ziemlich platt am Car Campground bei Rilindja, kurz vor Valbona an. Zelt aufbauen, duschen, eine SiebenschlĂ€fer-Familie schaut von oben zu 😉 Auch Deutsche aus Zwickau und Starnberg stehen hier mit ihrem Campermobil. Wir schwatzen ein bisschen. Nach diesem anstrengenden Tag sind wir Beide ziemlich durstig … und lassen den Trail noch einmal an uns vorbeiziehen.
Heute entstand die Idee dem heimischen Schwarzwaldverein mit einen Reisevortrag vom PoB zu erzĂ€hlen, Bettina war begeistert 😉

Tag 9
Nach dem verpacken der AusrĂŒstung gibts einen extra Kaffee und kalte Cola vor dem loslaufen am Campingplatz. 4km Asphalt nach Valbona, die Sonne brennt, auch deutsche Urlauber haben kein Erbarmen und fahren an uns vorbei. Auf halber Strecke hat ein Brite der in Tirana arbeitet und in Stuttgart studiert hat, Erbarmen und nimmt uns die letzten Kilometer bis zum Ende der Straße mit. Der Aufstieg zum Valbona Pass fĂŒhrt durch ein Schottertal und dann weiter in teils dichtem Wald, selbst dort oben gibt es noch kleine CampingplĂ€tze und GĂ€stehĂ€user. Auf halber Höhe zum Pass eine Bar mit Bier fĂŒr 5€. Schnell ist klar hier gibt’s nur Kaffee fĂŒr uns. Mit Peter, dem Betreiber einigen wir uns. Er stellt die Bialetti und wir den Kaffee, denn er hatte nur noch NescafĂ©. Schon bald sitz er bei uns am Tisch, die Selbstgedrehten mit bestem albanischen Tabak aus Shkodra und einen Raki gehen aufs Haus. Aus der geplanten 5min Pause wurde eine Stunde.
Noch eine Stunde spĂ€ter waren wir dann auch schon am Valbona Pass. Es bleibt noch Zeit fĂŒr einen Abstecher zum Gipfelkreuz.
Nun geht’s wieder abwĂ€rts, anfangs steinig, spĂ€rlich bewachsen von Bergkiefern spĂ€ter dann durch wunderbaren alten Buchenbestand zu unser Zeltwiese mit Ausblick oberhalb Theth. Auf halber Höhe noch eine kurze Pause an einem Restaurant, auch hier das Bier eher teuer. Von dem Schinken der an der Decke hĂ€ngt lassen wir die Finger. Aber Wasser bunkern wir fĂŒr unser Abendessen und FrĂŒhstĂŒck. Dann finden wir noch mitten auf dem Weg einen Rucksack mit Albanischen Pass, wir ĂŒberlegen was damit tun. Stehen lassen oder mitnehmen. Zehn Minuten spĂ€ter kommt auch der Besitzer. Die Tasche ist wohl vom Esel gefallen. Wie vermutet finden wir den perfekten Platz fĂŒr unser Zelt mit einer kleinen Feuerstelle. Hier muss schon mal ein Hirte gewesen sein. Das Abendessen gibts vom Hobo, Nudeln mit Rindfleisch und frischem Tee. Der Wind frischt auf und rĂŒttelt am Zelt, das Wetter ist aber stabil gut. Wir hoffen auf eine ruhige Nacht.

Tag 10
Geschlafen haben wir wie zwei Babys bis zum Morgengrauen. Wieder einmal geweckt vom Amselgesang und den wÀrmenden Sonnenstrahlen.
Der Kocher hat bissi Probleme mit dem “RasenmĂ€herbenzin”, also musste zum FrĂŒhstĂŒck der Hobo ran und unser Wasser fĂŒr Kaffee, Tee und MĂŒsli aufkochen. Kurz nach acht starten wir dann Richtung Theth. An einem Campingplatz mit Restaurant vorbei und dann nach Norden abgebogen vorbei an verstreuten HĂ€usern von Teth. Ein erfrischender Fluss aus den Bergen bietet Gelegenheit Geschirr zu spĂŒlen, WĂ€sche iund uns selbst zu waschen. Auch wieder wieder ein Tag der kleinen Pausen. Kaffee und Cola bei ‚Ded Kola‘ und dann weiter durchs teilweise unterspĂŒlte Flussbett. Noch ein kurzer Stop bei ‚Taxi Kroni‘ mit Chips und Korca Bier, ein Blondes ein Dunkles. Alles fĂŒr 6Euro + 200lek Trinkgeld weil das Benzin so teuer ist 😉
Es folgt der steile Anstieg zum Pejes Pass auf Höhe 1700 in sengender Sonne. Wasser hatten wir genug, der Rucksack immer leichter und die Stimmung prima. Der Weg ist nicht zu verfehlen und gut beschildert. Imposantes Panorama in alle Richtungen.
Kurz vorm Pejes Pass zwei bekannte Gesichter von Etappe 2 bei Babino. Stephan und Anna (die Mountainbiker) haben sich dann doch zwei Etappen vorgenommen und wollten bis Valbona. Freudiges Wiedersehen auf dem Rundtrail. Zeit um ein paar Minuten zu schnattern und Erlebnisse auszutauschen.
Abstieg ĂŒber vom Eis geschliffen Felsblöcke zur nĂ€chsten Hirtensiedlungen kurz vor der Montenegrinischen Grenze. Leider sind alle HĂŒtten verlassen und verfallen, auch keine ‚Bar‘ mehr. Wasser haben wir dann doch noch oberhalb einer ViehtrĂ€nke gefunden. Es war so leise in dem Tal, das wir das Wasser ‚erlauscht‘ haben. Dort könnten wir zwei Finken beobachten, gesungen haben sie wunderschön, könnten Distelfink gewesen sein. Weisser Schnabel gelber Bauch roter Kopf. Platz fĂŒrs Zelt zu finden war bissi schwierig weil Karstlöcher die Wiese in eine Kraterlandschaft verwandelt haben. Steinschlagsicher finde wir dann doch noch eine Ebene Stelle direkt am Trail mit wunderbarer Aussicht auf die uns umgebenden Berge. Holz ist schnell gesammelt und der Hobo angeheizt. Es wird wieder lecker gekocht wie jeden Abend bei uns. Nun endlich haben wir mal Zeit fĂŒr ein richtiges Lagerfeuer, wenn auch klein. FledermĂ€use flattern um das Zelt und Pfeifen uns die Ohren voll. Unser treuer Begleiter, der Kuckuck gibt auch bald Ruhe, dafĂŒr gibt’s heute KĂ€uzchen und Rabengeschrei.
Halb zehn verschwinden wir dann hundemĂŒde im Schlafsack und warten auf den grossen Regen, am Nachmittag hatte es schon Mal gedonnert.

Tag 11
Unser erster Wegpunkt fĂŒr heute ist der Schlangensee. Laut Rother ist dieser See meist trocken doch nicht um diese Jahreszeit. Kurz darauf treffen wir die zwei Wanderinnen vom Tag 5. Sie sind auf dem Weg nach Theth um dann ĂŒber Tirana heimzufliegen.
FĂŒr unsere Mittagspause rasten wir beim Restaurant Grilja in Vusanje mit Serbischem Bier Jelena und Fli (geschichtet Crepes mit KĂ€se Schmand FĂŒllung) Salat und Brot Nebenan verschwindet der Fluss in einem Wasserfall rauschend im Boden, um ein paar Kilometer spĂ€ter bei den Ali Pasha Quellen wieder aus dem Berg zu sprudeln. Bei den Ali Pasha Quellen finden wir einen perfekten Platz zum WĂ€sche waschen und wir nehmen uns Zeit fĂŒr ein kĂŒhlendes Fußbad in brunnenkalten Wasser direkt aus dem Berg.
Die Orte Vusanje und Gusinje sind nicht besonders sehenswert aber es gibt einen Supermarkt mit leckerem Eis. Das eben ĂŒber uns hereinbrechende Gewitter mit Starkregen sitzen wir bei einer Pizza Vesuvio aus und beobachten die hier brĂŒtenden Schwalben bei ihren halsbrecherischen Flugmanövern.
Kurz nach der Ortschaft beginnt der sanfte Aufstieg nach Zagrade. Ca 1km vor unserem geplanten Zeltplatz nutzen wir einen Brunnen am Wegesrand um Wasser zu bunkern, so wie immer. FĂŒr Abends und morgens. Direkt nebenan ein Mann am Wiese mĂ€hen, auf herkömmliche Weise mit einer Sense und eine junge Frau an seiner Seite. Wir kommen gleich ins GesprĂ€ch und schon wurden wir deutlich zum Kaffee eingeladen. Daraus wurde dann ein Abendessen, ein TelefongesprĂ€ch mit dem Cousin aus Sindelfingen und wir durften Gast in ihrem Haus sein. Familie Ć efkija, Malagic, seine Frau, Tochter Sanella und Sohn Sanel. Geschlafen haben wir dann im Dachgeschoss auf einer Matratze, zum GlĂŒck gut geschĂŒtzt da es in der Nacht noch einmal heftig geregnet hat. Auch wenn’s bissi verqualmt war vom Ofen im Erdgeschoss waren wir sehr dankbar ĂŒber diese Einladung. Unterhalten haben wir uns mit Google translate, war bissi anstrengend aber unsere einzige Möglichkeit, da keiner der Familie deutsch oder englisch sprach. Geredet haben wir ĂŒber ihre Arbeit mit den Tieren, die Familie und unsere Tour durch den Balkan. Ein Geschenk diese wunderbare gastfreundliche Familie kennengelernt zu haben. Es gab KĂ€se, Gurken, Kaffee, Tee, Äpfel und Orangen, auch gekochte Eier mit warmer Milch. Sie haben alles mit uns geteilt, auch wenn man das zurĂŒckhaltend sein sollte, da sie auch das Wenige mit ihren GĂ€sten teilen. FĂŒr uns der Himmel auf Erden, denn der heutige Tag war wirklich ein lazy day im Vergleich zu unseren anderen Tagesetappen.

Tag 12
Auch wenn wir eine lange Etappe nach Plav vorhaben, kommen wir eher spĂ€ter weg. Unsere Gastgeber lassen uns erst nach einem ausgiebigen FrĂŒhstĂŒck mit frischen Pfannkuchen gehen. Das war die Bedingung fĂŒr das von uns gewĂŒnschte Erinnerungsfoto mit Ihnen. Rasch können wir Höhenmeter machen auch wenn’s nach unserem lazy day nicht so flĂŒssig lĂ€uft. Die Regenschauer der Nacht und die Sonne am Morgen bescherten uns einen anstrengenden Aufstieg zur Katun Ravna, eine der vielen verlassenen Hirtensiedlungen. Kurze Pause am Zwischenziel und dann weiter zum Visitor (Bandera). Der Einstieg am Sattel beginnt zunĂ€chst weglos durch Bergkiefern und bodendeckende BlaubeerstrĂ€ucher, wir halten uns immer auf dem BergrĂŒcken nach oben bis kurz vorm vrh Samina, Vorgipfel des Bandera. Eine bewirtschaftet HĂŒtte gab’s nicht, also entscheiden wir uns fĂŒr eine kleine Snackpause mit Kaffee mit Pfannkuchen und Kuchen von unserer Gastfamilie. Das Idyll trĂŒgt, langsam wird’s dunkel um uns herum, einzelne Tropfen die gleich wieder verdampfen fallen vom Himmel. Nach einer guten halben Stunde brechen wir zum Gipfel auf. Nochmal Karte checken denn wir mĂŒssen ein Schneefeld umgehen, ĂŒber ein Schotterfeld leicht absteigen um dann im Zickzack zum Gipfel aufzusteigen. Ein Steinadler schwingt sich vor uns in die LĂŒfte. Die ersten Gewitterzellen ziehen mit Abstand vorbei, wir beeilen uns trotzdem … damit waren wir gut beraten, wie sich kurze Zeit spĂ€ter herausstellt. Kaum oben angekommen rĂŒcken die folgenden Gewitter bedrohlich nah ran. Windböen fegen uns fast vom Grat, Blitze zucken in der NĂ€he, nicht ganz unkritisch. Am Gipfelkreuz gehen wir zĂŒgig vorbei und beginnen den Abstieg. Bettina fĂŒhrt den „Notabstieg“ an. Eine prĂ€chtige Hornviper kreuzt unseren Weg. Der Regen setzt ein, Zeit fĂŒr die Regenjacken, Hose braucht’s noch nicht, denken wir … folgenschwere Fehlentscheidung. Keine zwanzig Minuten spĂ€ter rauscht das Gewitter direkt ĂŒber uns hinweg, mit Hagel und Böen. Wir sind binnen Minuten durchnĂ€sst, aber froh das Gewitter ĂŒberstanden zu haben. Eine SchutzhĂŒtte wĂ€re hier oben eine sinnvolle Einrichtung. Weiter geht der Abstieg im Dauerregen, durch teilweise wegloses GelĂ€nde, immer wieder ist der Weg durch umgestĂŒrzte BĂ€ume versperrt, Markierungen fehlen oder der Weg ist zugewachsen. Auch BĂ€renkot liegt auf dem Weg, sie sind immer noch in der NĂ€he. Wir glauben nicht mehr daran bei Tageslicht anzukommen. Mittlerweile steht das Wasser in den Schuhen … die Sache mit den Regenhosen.
Immer noch auf Höhe 1600 stapfen wir pitschnass durch den Wald nach unten. Das GPS hilft uns einigermaßen den Kurs zu halten. Immer wieder rutschige Äste und Steine unter dem Laub, jeder darf Mal … Gegen 1800 erste Hoffnung doch noch bei Tageslicht nach Plav zu kommen, wir sehen die ersten HĂ€user.
Um sieben erreichen wir dann die Straße und halb acht sind wir dann am Ziel unseres PoB angekommen, der Campingplatz Lake View. Nur heute haben wir keine Lust mehr auf Camping und nehmen uns ein Zimmer mit heißer Dusche, eine Flasche Rotwein und nutzen jeden Haken im Zimmer um unsere Sachen zum trocknen aufzuhĂ€ngen. Erschöpft aber glĂŒcklich schlafen wir so gut wie lange nicht mehr.

Tag 13
Da wir scneller unterwgs waren als gedacht, gönnen wir uns einen freien Tag am See in Plav. Der Tag beginnt mit einem feinen FrĂŒhstĂŒck mit Omelett und Brot und Wurst und zwei Tassen Kaffee im Hotel Lake View … MittagsschlĂ€fchen auf der Wiese neben dem Zelt … Spaziergang am See und Baden in klarem und ziemlich kalten Wasser, auch einen Sprungturm gab’s 😉
Anschliessend Bummeln durch die Gassen von Plav, hist. WachtĂŒrme anschauen ‚RedĆŸepagića kula‘, einkaufen … Wein und Chips zum Abendessen. Beim BĂ€cker was SĂŒĂŸes, und wieder haben wir so lange gebummelt das uns ein ausgedehnter Regenschauer keine 400m vorm Campingplatz festsetzt. Besser wĂ€re jetzt im trockenen auf der Terrasse bei einer Tasse Kaffee dem Unwetter zuzuschauen.
Doof nur das unsere Socken und Schuheinlagen immer noch ‚zumTrocknen‘ draußen hĂ€ngen.
Zwei Karlsruher mit einem Ford Transit holen sich bei uns aktuelle Infos ĂŒber den PoB und wollen dann morgen die 7 Tage Runde ohne den Kosovo gehen … ob die ahnen was fĂŒr ein Wetter sie die nĂ€chsten Tage erwartet? Wir tauschen uns mit zwei belgischen Hikern aus die den PoB auch heute beendet haben. Viele Parallele Erlebnisse.
Heute ist Zeit fĂŒr AusrĂŒstungspflege. Unsere Paltznachbarn aus ThĂŒringen helfen uns mit einer BĂŒrste fĂŒr die Schuhe die sehen ziemlich mitgenommen aus, Schlamm und Waldboden vom Vortag.
Die letzte Portion Travellunch und Instant Nudeln werden am Abend vertilgt, wir wollen kein unnötiges GepĂ€ck fĂŒr den RĂŒckweg undkeiner der Hiker brauchte etwas. Gegen elf sind wir im Bett und schlafen auch gleich.

Tag 14+15
FrĂŒhstĂŒck im Lake View, Ă€hnlich opulent wie am Vortag. Zelt einpacken denn gegen Mittag ist schon wieder Regen angesagt. Wir hatten auf unserer Tour ziemlich GlĂŒck mit dem Wetter, das realisieren wir jetzt erst richtig.
Nun Regnet es schon seit zwei Stunden. Die Hiker aus Karlsruhe werden gleich an ihrem ersten Wandertag patschnass. Wir nutzen die Zeit zum Buchen der Unterkunft in Zagreb, dort wollen wir noch eine Nacht bleiben. PĂŒnktlich fĂ€hrt unser Bus nach Podgorica, derselbe Fahrer wie vor zwei Wochen. Und wieder hoffen wir auf funktionierende Bremsen auf dieser kurvenreichen Strecke.
Keine zwei Stunden spĂ€ter Vollsperrung der schmalen Bergstrasse wegen Unfall, bis die Kripo das alles vermessen und fotografiert hat vergehen zwei Stunden und wir können weiter. Alles ohne Aufregung solange wir unseren Zug in Podgorica bekommen. Immer fast parallel zu der Bahnstrecke die wir spĂ€ter wieder Richtung Norden nach Belgrad fahren werden, allerdings im Schlafwagen und bei Dunkelheit. Kurz vor dem Ziel ein Stopp mit dem wir erst nichts anfangen können, dann hĂ€lt ein großer Reisebus neben uns und die Passagiere werden ausgetauscht. Jetzt ist klar, die Bus Firma Elan versucht den Fahrplan zu korrigieren. Kein schlechter Tausch fĂŒr uns, ein komfortabler Tausch.
In Podgorica angekommen bleibt noch genĂŒgend Zeit fĂŒr den Ticketkauf, das Schlafabteil fĂŒr zwei fĂŒr 74€. Wir sind Happy. Noch ne ‚kleine‘ Pizza und ein feines Risotto beim Bahnhofsimbiss -absolute Empfehlung! ĂŒberbrĂŒckt die Zeit bis unser Zug aus Bar quietschend am Bahnsteig hĂ€lt. Noch bevor das herannahenden Gewitter Podgorica erreicht, verlassen wir Podgorica in Richtung Belgrad und fahren in die Nacht hinein. Unser Schlafabteil lĂ€sst sich nicht verriegeln, der Betreiber empfiehlt das ausdrĂŒcklich fĂŒr die Nacht. Wir wechseln das Abteil und schlafen jetzt im ersten Wagon im Abteil Nr2. Der Zugbegleiter klappt ins noch die dritte Pritsche hoch, so können wir oben sitzen und in der DĂ€mmerung die vorbeiziehende Landschaft genießen -sofern nicht einer der zahlreichen Tunnel die Sicht verhindert. Die MĂŒdigkeit kommt schnell nach Rotwein und Brezeln, noch vor der Grenzkontrolle schlummern wir weg. Gegen elf dann der Check an der MNE Grenzstation Bijelo Polje. Iwann geht’s dann weiter, wir schlafen wieder und denken das war’s dann mit Kontrollen. Kurz nach Mitternacht dann der Stopp auf der serbischen Seite in Bjelopoljska. Im Halbschlaf kramen wir nach unseren PĂ€ssen, alles ist schnell und höflich erledigt.
Wir werden durch die Nacht geschaukelt, tief und fest schlafen wir in mitgebrachter SeidenbettwĂ€sche (unser HĂŒttenschlafsack). ZĂ€hneputzen, Plumpsklo nutzen, Sachen zusammenpacken … nach Fahrplan hĂ€tten wir schon seit einer Stunde in Belgrad sein mĂŒssen. Aber der dient eher zur groben Orientierung.
Kurz nach halb acht sind wir dann da, auf direktem Weg ins MyDan zum FrĂŒhstĂŒcken, dieses Restaurant kennen wir von der Hinreise. Doppelter Espresso und ein Omelett mit KĂ€se. Langsam im Tag ankommen, ReiseplĂ€ne checken, E-Mails schreiben. Um kurz nach zehn spazieren wir in Richtung Busbahnhof, ca 2,5km durch die City. Bus und Straßenbahn reizen uns gerade nicht. Belebte Straßen, Großbaustelle und Menschen Gewusel bis zum alten BahnhofsgebĂ€ude mit einer Lokomotive aus dem Jahr 1943 und der imposanten Statue des Stefan Nemanja. Ein lohnender Weg wenn man wenig GepĂ€ck dabei hat -so wie wir 😉
Nun noch ein kurzer Ausflug in Serbische ‚BĂŒrokratie‘ oder auch GeschĂ€ftstĂŒchtigkeit:
Kein Kiosk nimmt Euro oder Kreditkarte, wie abgesprochen ĂŒberall dieselbe Antwort, dabei wollen wir nur ein Wasser und ein Eis. Also Wechselstube, 5€ = 500 Dinar. Wir schlendern vor uns hin … haben ja Zeit. Zugangscheck am Bahnhof… man braucht ein Ticket zum Betreten … und 380 Dinar 😉 Also wieder Wechselstube, jeder verdient ein bisschen. Tickets erworben und die Info das am Steig 22 unser Bus wartet, easy. Nur kein Busfahrer zu sehen. Noch rechtzeitig merken wir es ist Steig 20, auch ein Sirmium Bus. GepĂ€ck verladen, noch 5min bis zur Abfahrt … Puhhhh, geschafft. Ca 20 Leute im Bus, Klimaanlage funktioniert … Alles prima!
Bis zur serbischen Grenze flutscht die Fahrt. Einer der Vierbeinigen GrenzschĂŒtzer findet besonderes Gefallen an einer unser Mitreisenden. Sie denkt er will spielen, setzt sich aber vor sie und geht auch nicht mehr weg bis seine zweibeinigen Kollegen sich um die junge Frau ‚kĂŒmmern‘. Uns beschert es 1,5h Wartezeit, da Flixbus wohl niemanden hĂ€ngen lĂ€sst. Alle Reisenden ertragen die VerspĂ€tung gelassen, auch weil vielleicht niemand einen Anschluss in Zagreb geplant hat. Doch am nĂ€chsten Busbahnhof muss sie dann doch den Bus verlassen.
Ankunft in Zagreb gegen sieben. Da wir uns schon gut auskennen ist der Weg zur Unterkunft bekannt. Zoran, unser Vermieter, kommt zeitgleich mit uns dort an, kurze Einweisung in die Funktion der TĂŒröffner zum Zugang zur „Kellerwohnung“ klein aber fein, sauber und funktional. Duschen umziehen und los zum Essen. Da das erste angesteuerte Restaurant nicht mehr existiert gehen wir kurzerhand in das von der Hinreise in sehr guter Erinnerung gebliebene ‚Purger‘ auf der anderen Seite des Parks, keine 10 min Fußweg. Zuerst ein Bier bestellen und dann wieder vor der Qual der Wahl der reichhaltigen Karte. Es wird Tintenfisch Risotto mit gegrilltem GemĂŒse und Weingulasch mit Salat. Alles wieder sehr sehr lecker. Nach dem zweiten Bier sind wir kugelrund und schlendern in unsere Kellerwohnung.

Tag 16
Geweckt vom LĂ€rm der Straße, das Fenster ist auf dem selben Niveau wie der BĂŒrgersteig, scheint die Nacht vorbei … Fenster zu und weiterschlafen, wir wollen erst gegen halb zehn zum BĂ€cker frĂŒhstĂŒcken gehen. Einen Tee und eine Tasse Kaffee aus der TeekĂŒche zum Tagesstart. BĂ€cker Korica, eine Straße weiter. Sehr leckere Cruffins und Croissants … Schon wieder kugelrund und Happy.
Wir sitzen noch eine Stunde am Springbrunnen im Park und gehen dann auf die Suche nach der Einkaufsstraße die sich im Untergrund versteckt. Eine unscheinbare Treppe fĂŒhrt hinunter und ein munteres Menschentreiben begrĂŒĂŸt uns. Chips, Wein, frisches Obst und GummibĂ€rle fĂŒr die Reise werden gekauft.
Am Bahnsteig noch ’schnell‘ einen Espresso, wir haben noch 30 min bis zum Zug. Nur bezahlen wird mal wieder schwierig, keine Kreditkarte nur Bar in Kuna. Die Wechselstube hat geschlossen. Eine nette Dame vom Nachbartischhilft uns eine andere Wechselstube im UG zu finden. Schnell sind 10 € gewechselt und wir können unseren Kaffee bezahlen.
Fast pĂŒnktlich fĂ€hrt unser Zug ab. Mit offenem Fenster lĂ€sst sich’s gerade so aushalten. Wunderbare Landschaft zieht vorbei, die Siedlungen werden sauberer und gepflegter. Bis Ljubljana ist auch der Zug leer und hat auch die VerspĂ€tung wieder aufgeholt. Wir haben nur 8min in Villach zum umsteigen. Alles easy, auch der RJ war bissi verspĂ€tet. Gut das wir reserviert haben, diesmal bestehen wir auf unserem Sitzplatz. PĂŒnktlich auf die Minute in Salzburg angekommen, direkt zum City BrĂ€u, keine 5 Minuten vom Bahnhof. Hier gibt’s echtes Wiener Schnitzel und ein frisches Bier. Wir haben Zeit bis Viertel nach neun, also chillen und genießen. Der RJX rauscht mit 20 min VerspĂ€tung in Salzburg ein, auch dieser Zug ziemlich voll. Wir mĂŒssen wieder auf unserer Reservierung bestehen, auch wenn der Typ ’not amused‘ erscheint und gestresst wirkt … PrĂŒfung morgen und nichts gelernt? Möglich.
Chillen … Damit ist es an der deutschen Grenze dann schnell vorbei! Erneute Passkontrolle, Maskenpflicht … einige mĂŒssen den Zug verlassen weil iwas mit den PĂ€ssen nicht stimmt. Willkommen im Chaos Land Deutschland…. bloß nicht anstecken lassen von diesem Irrsinn … Oooohhhmmmm!
Schlussendlich in MĂŒnchen knapp 80 min VerspĂ€tung, dank den deutschen Behörden in bewĂ€hrter Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn. Aber der ICE nach Ulm wartet und wir sind dann doch fast pĂŒnktlich zu Hause. Gegen 2 Uhr morgens endet unser Balkan Abenteuer.

Klettersteige am Gardasee

Nach zehn Tagen auf dem Wasser zog es uns dann doch wieder in die Berge. Basislager war wieder einmal Arco mit seinem hĂŒbschen Campingplatz, fast schon speziell fĂŒr Kletterer. Heuer sogar mit Schwimmbad, HotPods und Sauna đŸ„°. Wir hatten folgende Topos vorbereitet:

  • natĂŒrlich zum Einstieg den Colodri, gleich neben dem Zeltplatz
  • den Sentiero attrezzato Gaetano Falcipieri mit seinen 52 Tunneln
  • den Gerardo Sega in der NĂ€he des Monte Baldo
  • und den Cima Rocca in Richtung Ledrosee

Alle KST eher leicht bewertet was die Technik betrifft, der Gaetano Falcipieri nur durch seine LĂ€nge (mit Pausen und RĂŒckweg immerhin 10h) etwas schwieriger. Begangen haben wir dann nur die ersten beiden, in Arco spazieren und Eis essen oder am Ufer des Gardasees Cappuccino trinken ist doch auch schön 😉

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