🐾 Wanderwolfs Reise Blog

Autor: Mario Seite 2 von 4

Peaks of the Balkans

Nachdem wir mit unseren bisherigen Mehrtagestouren die nähere Umgebung erkundet haben, geht’s im Juni 2022 bissi weiter weg. Verschiedene Reiseberichte haben uns inspiriert, den 3-Länder-Rundweg, den Peaks of the Balkans, kurz PoB, zu entdecken. Der Rother-Wanderführer berichtet von 10 Tagestouren zwischen 4 und 7 Gehstunden, fast beliebig mit Gipfelabstechern erweiterbar.

Wir wollen den PoB entgegen der im Rother beschriebenen Richtung und als Selbstversorger, mit dem Zelt erkunden und sind damit unabhängig von Etappenzielen und Unterkünften. Allerdings dadurch mit 5kg mehr Gepäck auch langsamer.

Doch unsere Wanderung in der Grenzregion von Montenegro, Albanien und dem Kosovo beginnt beginnt nicht erst auf dem Balkan sondern direkt vor der Haustür. Die Anreise mit Bus und Bahn über Wien, Zagreb, Belgrad und Podgorica nach Plav ist Teil unseres Abenteuers.

Tag 1
Nach unserer Ankunft in Plav gegen Mittag, stärken wir uns in einem Cafe und statten der Border Police einen Besuch ab. Unsere E-Mail für das Permit ist natürlich nicht angekommen, jedoch bekommen wir innerhalb 20Min neue Permits für den Grenzübertritt ausgestellt. Gegen 1400 Uhr starten wir unsere erste Etappe. Ziel ist der See Hridzko Jezerko, anstrengende 1000hm in der Nachmittagssonne. Circa 1h vor dem See finden wir direkt am Weg eine komfortable Schutzhütte bei Veliki Hrid, purer Luxus mit Tisch Bank und Schlafplätzen für 6 Leute. Wir beschließen hier zu bleiben, da uns neben dem Aufstieg auch noch die Anreise in den Knochen steckt.

Tag 2
Super geschlafen bis kurz nach 6, der Plan war am See zu frühstücken. Im Abstieg, teils schneebedeckt, haben wir immer wieder den Weg verloren. Eine Einstimmung was uns auf den nächsten Etappen immer wieder begegnen wird.
Auf dem Weg nach Babino Polje treffen wir zwei deutsche MTB Fahrer die mit dem Bulli unterwegs sind und auch ein paar Etappen auf dem PoB wandern wollen. Ob wir sie wiedersehen werden?
Wir folgen der Beschilderung. Dies gestaltet sich mühsam, da das queren der Furten wegen hohem Wasser nicht möglich ist, also wieder zurück nach Babino und dem GPS Track aus dem Wanderführer nach oben gefolgt, seitdem haben wir eine vierbeinige Begleiterin, wir nennen sie Pauline.
Unterhalb des Grenzsattels zum Kosovo finden wir einen wunderbaren Platz für unser Zelt. Kaum ist das Essen (Travellunch Nudeln mit Bolognese) fertig, beginnt es zu hageln. Wir machen es uns im Zelt gemütlich, Pauline darf im Vorzelt liegen, sie mag auch kein Gewitter. Nach dem Essen gab’s noch einen heißen Fenchel Anis Tee.

Tag 3
Super erholt waren wir um kurz nach sieben wach, der Himmel ist ein bisschen bewölkt. Pauline war wieder nach Hause gelaufen.
Heute ist unser Ziel Gjvukai im Kosovo. Ein Höhenweg mit vielen Seen und tollen Plätzen zum Rasten, Blumenwiesen mit Enzian, Schlüsselblumen, Krokussen und immer wieder Altschneefeldern erwarten uns. Nach dem Jelenka Pass ein augedehntes Schneefeld, das wir zum Glück im Abstieg leicht überwinden können. Eine Gruppe PoB Hiker aus Belgien kommen uns entgegen, die müssen über den Schnee nach oben, kein Spass!
In der Nähe des Rugova Tales leider immer wieder viel Müll entlang des Weges. Nach 9h sitzen wir in Gjvukai, gleich am Ortseingang, im Restaurant Shpella und trinken ein Peja Bier und hoffen auf eine Dusche und ein Zimmer.
Der Wirt spricht deutsch und hat ein zeitlang in Bremen gearbeitet und gewohnt. Wir bekommen für 40,-€ ein ganzes Haus, die ersehnte Dusche, die Schlafräume oben nutzen wir nicht und schlafen im Wohnzimmer, da wo der Kamin Wärme spendet. Gerne nutzen wir den Fahrservice vom Restaurant zum Gästehaus.

Tag 4
Auch wenn wir trocken und warm geschlafen haben, wars trotzdem nicht besonders gut. Draußen ist halt doch was anderes. Um 0800 kommt unser Abholdienst zum Frühstück. Es gibt Omelett wahlweise mit Schinken oder Käse, Tomate, Gurke, Türkischem Kaffee und Tee.
Um 0915 Start zur nächsten Etappe. Ein gut wanderbarer Fahrweg, dann ein steiler Pfad mit den bereits bekannten Baumhindernissen. Ab Dugaive setzt dann Regen ein. Seit der Ortschaft Drelaj haben wir wieder eine vierbeinige Begleitung „Drela“. Das Wetter verschlechtert sich zunehmend. Ungefähr 400m vor unserem Tagesziel, eine vermeintlich intakte Holzhütte, hören wir das Blöken einer Schafherde, na und wer passt hier oben auf die Tiere auf? Unser erstes Aufeinandertreffen mit zwei Herdenschutzhunden, den Šarplaninac. Anzunehmen das bei weiterer Annäherung nach dem Knurren die nächste Eskalationsstufe folgt. Da wir wegen dem aufziehenden Nebel keinen Blickkontakt zu dem Schäfer aufnehmen können, machen wir lieber kehrt und weichen großräumig über einen steilen Wiesenhang aus.
Mitten im Gebüsch ein riesiger Haufen Bärenkot, na prima, nun haben wir die Wahl zwischen Schutzhund und Braunbär. Es regnet mittlerweile in Strömen, der Umweg kostet uns eine Stunde extra.
Die geplante Übernachtungshütte am Fuss des Hajla ist völlig verfallen und kommt nicht in Frage. Wir gehen ein paar Meter weiter den Berg hinunter und finden einen wunderbaren Platz zwischen zwei Bäumen mit freiem Blick auf die gegenüberliegenden Berghänge, welche morgen unser Ziel sein werden. Mittlerweile regnet es nicht mehr aber es windet ein bisschen. Wir kochen im Zelt und machen es uns gemütlich. Der Abend überrascht uns mit einem wundervollen Licht und einem farbenfrohen Regenbogen. Wegen der Bären wird alles Essbare außerhalb vom Zelt gelagert, die Rucksäcke ziehen wir ein Stück am Baum hoch. Und wieder genießen wir die Ruhe am Berg und das allein sein in vollen Zügen.

Tag 5
Nach einer ruhigen sternenklaren Nacht am Fuße des Hajla haben wir nach einem feinen Müslifrühstück bei Sonnenschein den Abstieg nach Reke angetreten. Eine Hütte auf halben Weg hätte auch gut als Zeltplatz getaugt. Ein Schwatz mit einem albanischen Lehrer aus Oldenburg , einem Eis und Mokka im Restaurant Villa me quira ergänzen unseren Weg nach unten.
Auf der Straße zum Rugova Camp flattert uns ein Schwalbenschwanz um die Köpfe. So federleicht möchten wir auch sein.
Im Restaurant Gryka bunkern wir Wasser und dann gehts 1200hm durch wunderschönen Buchenbestand steil den Berg hoch. Auf halbem Weg treffen wir zwei deutsche Wanderinnen. Auch die werden uns noch einmal begegnen.
Während einer Rast sehen wir Hinterlassenschaften eines Bären auf dem Weg, diesmal ist er tatsächlich ganz in der Nähe … frag Bettina.
Geschafft haben wir ca 300hm pro Stunde und waren gegen 1700 am See Pusi i Magarewe, unserem heutigen Ziel. Wäsche waschen, wieder Wasser bunkern, den Karstbrunnen im See bestaunen, See umrunden, Zeltplatz suchen. Tausende frisch geschlüpfter Moskitos schwirren wie ein riesiger Drohnenschwarm über unseren Köpfen. Direkt am Wasser zelten? Keine gute Idee.
Heute sorgt der Hobo für das Kochfeuer, es gibt Nudeln mit Püree und Trockenfleisch. Es wird eine sternenklare aber kalte Nacht, hoffentlich ohne Bärenbesuch. Unser absolut bester Schlafplatz bisher!

Tag 6
Ein sonniger Morgen zum Frühstück am See. Bissi rumgebummelt, Geschirr gespült, Körperpflege, kurz nach neun brechen wir auf. Abstieg nach Milishevc über ein steiles Wiesenstück mit Ausblick auf das gesamte Tal. Unten dann unsere erste kurze Pause am Denkmal für junge UCK Kämpfer. Wir sehen viele Baustellen für neue Touristen Hütten.
In Roshkodol, gleich am Ortseingang werden wir von Achmed begrüßt und gastfreundlich zum Kaffee eingeladen. Wir zögern zuerst, lassen uns dann aber doch aus Höflichkeit drauf ein. Wir erfahren, Achmed ist ein ehemaliger Lehrer. Heute lebt der 74 jährige von 270€ Rente mit seinen Ziegen und Rindern bescheiden in einer kleinen eher armen Hütte. Seine Familie hat das Dorf verlassen.
Von weitem hören wir am Ortsausgang einen Rasenmäher? Benzin für unseren Kocher! Ein Einheimischer der 35 Jahre in der Schweiz gearbeitet hat schenkt uns ein bissi Benzin. Dank Bettinas Französicher Sprachkenntnisse kommt es zu einer netten Unterhaltung. Nächstes Ziel: der Roshkodoli Pass auf 2250m.
Nach 2 notwendigen und 2 weiteren unnötigen Flussquerungen, brrrr kaltes Wasser, führt uns der Weg durch ein malerisches Tal immer direkt am Fluss entlang der sich tief eingeschnitten hat. Blumenwiesen und Unmengen von (zukünftigen) Blaubeeren sowie einigen potentiellen Zeltwiesen. Wir wollen aber weiter auch wenn das Etappenziel heute wohl nicht erreicht wird.
Am Ende des Tales erwarten wir wieder einige Schneefelder.
Bevor uns das Wetter oder die Dunkelheit überrascht, suchen wir gegen sechs einen passenden Platz fürs Zelt. Ein kleiner Sattel, direkt neben einem ehemaligen Beobachtungsposten oder auch Waffenversteck, gibt uns ein bisschen Schutz vor dem Wind. Hier oben ist es halt kalt um diese Jahreszeit.
Heute gibt es Beef Stroganov und einen Tee, zum Nachtisch Kaffee.

Tag 7
Nach einer wunderbar ruhigen Nacht, weckt uns die Sonne gegen sechs Uhr. Ein Übernachtungsgast zwischen den Rucksäcken hat wohl auch einen feinen Platz gefunden. Ausgesetzt weit weg vom Zelt konnte er uns nix mehr anhaben. Noch zu prüfen welche Art Mini-Skorpion das war. Gepackt ist heute nicht ganz so schnell … Wegen der Sonne 😉 -nbrille
Der Plan bis Mittag in Doberdol zu sein, ging nicht auf. Viele Schneefelder, die umgangen oder gequert werden mussten, bremsen unser Vorankommen. An der Kosovarisch Montenegrinischen Grenze trafen wir zwei Jäger … Männer mit Gewehren und Hunden, aus Babino Polje. Zwei der Hunde begleiteten uns bis hinter die Albanischen Grenze nach Doberdol. Dort haben sie es nicht über den Bach geschafft den wir wieder Mal barfuß queren mussten. Hoffen wir das die zwei Halbstarken wieder nach Hause finden.
Heute begegneten uns drei Hiker, davon eine Alleinreisende junge Frau aus Lettland, nur mit der Hängematte unterwegs. Tapfer!
In Doberdol ging unsere heutige Etappe zu Ende, wir wollten eh einen (halben) Ruhetag einlegen, Unterkunft finden wir bei Bashkimi. Heißes Dusche, Frisches Essen, Brot, Suppe, Pommes, Salat, Kaffee, kaltes Bier … Und ein richtiges Bett … Nicht das unseres bisher falsch war.

Tag 8
Heute, so der Plan, wollen wir bis kurz vor Valbona. Fast 2 Etappen, zu einem bewirtschafteten Zeltplatz, auch nach dem ‚Ruhetag‘ gestern ne ziemlich lange Strecke. Mal sehen ob die Etappe nach Tehti machbar ist. Wir haben gehört das die gesperrt sein soll, wegen Schneefeldern und das es auch schon Unfälle gegeben hat.
Gleich zum Start in Doberdol eine vermeintliche Flussquerung. Es sollte eine Brücke da sein, doch die ist auch auf dieser Seite des Dorfes eingestürzt. Wie schon einige Mal erlebt, ist einfach der Wasserstand der Flüsse zu hoch um trockenen Fusses auf die andere Seite zu kommen. Doch bevor wir die Stiefel wieder einmal ausziehen entdecken wir einen Steg, versteckt hinter einem kleinen Hügel, direkt am Anwesen. Ein Privatsteg sozusagen. Diesen Weg meinte also unser freundlicher Gastgeber.
Entlang des Weges immer wieder tolle Plätze mit genialem Blick auf die Berge. Freilaufende Pferde begegnen uns. Wo die wohl zu Hause sind?
Wir treffen eine Hikerin aus Österreich die auch am 7.Juni ab Plav ihre Heimreise antreten will. Auch einen Kuckuck sehen wir, jeden Tag haben uns seine Rufe von Morgens bis Abends begleitet.
Unser Weg führt durch wunderbare Eichen- und Buchenwälder und noch nicht wieder bewohnte und teils vom Winter in Mitleidenschaft gezogene Hirtensiedlungen.
Wir durchqueren Cerem, eine alte Siedlung mit teils verfallenen Häusern, eingebettet inmitten zum Teil steil aufragenden Felsmassiven und brodelnden Flüsse. Gaaanz viel Natur eben. Am Ortsausgang treffen wir wieder auf eine kleine Pferdeherde, sie nehmen denselben Weg wie wir, nur in die andere Richtung. Dem Leittier sind wir nicht geheuer und er oder sie führt seine kleine Gruppe in einem sicheren Abstand um uns herum. Absolut unaufgeregt.
Der Abstieg nach Valbona, mit der “Abkürzung” sparen wir 5km Wegstrecke, sehr abenteuerlich. Ausgesetzt zugewachsen, ausgewaschene Rinnen waren zu queren … Super gemeistert! Gegen 1900 Uhr kommen wir ziemlich platt am Car Campground bei Rilindja, kurz vor Valbona an. Zelt aufbauen, duschen, eine Siebenschläfer-Familie schaut von oben zu 😉 Auch Deutsche aus Zwickau und Starnberg stehen hier mit ihrem Campermobil. Wir schwatzen ein bisschen. Nach diesem anstrengenden Tag sind wir Beide ziemlich durstig … und lassen den Trail noch einmal an uns vorbeiziehen.
Heute entstand die Idee dem heimischen Schwarzwaldverein mit einen Reisevortrag vom PoB zu erzählen, Bettina war begeistert 😉

Tag 9
Nach dem verpacken der Ausrüstung gibts einen extra Kaffee und kalte Cola vor dem loslaufen am Campingplatz. 4km Asphalt nach Valbona, die Sonne brennt, auch deutsche Urlauber haben kein Erbarmen und fahren an uns vorbei. Auf halber Strecke hat ein Brite der in Tirana arbeitet und in Stuttgart studiert hat, Erbarmen und nimmt uns die letzten Kilometer bis zum Ende der Straße mit. Der Aufstieg zum Valbona Pass führt durch ein Schottertal und dann weiter in teils dichtem Wald, selbst dort oben gibt es noch kleine Campingplätze und Gästehäuser. Auf halber Höhe zum Pass eine Bar mit Bier für 5€. Schnell ist klar hier gibt’s nur Kaffee für uns. Mit Peter, dem Betreiber einigen wir uns. Er stellt die Bialetti und wir den Kaffee, denn er hatte nur noch Nescafé. Schon bald sitz er bei uns am Tisch, die Selbstgedrehten mit bestem albanischen Tabak aus Shkodra und einen Raki gehen aufs Haus. Aus der geplanten 5min Pause wurde eine Stunde.
Noch eine Stunde später waren wir dann auch schon am Valbona Pass. Es bleibt noch Zeit für einen Abstecher zum Gipfelkreuz.
Nun geht’s wieder abwärts, anfangs steinig, spärlich bewachsen von Bergkiefern später dann durch wunderbaren alten Buchenbestand zu unser Zeltwiese mit Ausblick oberhalb Theth. Auf halber Höhe noch eine kurze Pause an einem Restaurant, auch hier das Bier eher teuer. Von dem Schinken der an der Decke hängt lassen wir die Finger. Aber Wasser bunkern wir für unser Abendessen und Frühstück. Dann finden wir noch mitten auf dem Weg einen Rucksack mit Albanischen Pass, wir überlegen was damit tun. Stehen lassen oder mitnehmen. Zehn Minuten später kommt auch der Besitzer. Die Tasche ist wohl vom Esel gefallen. Wie vermutet finden wir den perfekten Platz für unser Zelt mit einer kleinen Feuerstelle. Hier muss schon mal ein Hirte gewesen sein. Das Abendessen gibts vom Hobo, Nudeln mit Rindfleisch und frischem Tee. Der Wind frischt auf und rüttelt am Zelt, das Wetter ist aber stabil gut. Wir hoffen auf eine ruhige Nacht.

Tag 10
Geschlafen haben wir wie zwei Babys bis zum Morgengrauen. Wieder einmal geweckt vom Amselgesang und den wärmenden Sonnenstrahlen.
Der Kocher hat bissi Probleme mit dem “Rasenmäherbenzin”, also musste zum Frühstück der Hobo ran und unser Wasser für Kaffee, Tee und Müsli aufkochen. Kurz nach acht starten wir dann Richtung Theth. An einem Campingplatz mit Restaurant vorbei und dann nach Norden abgebogen vorbei an verstreuten Häusern von Teth. Ein erfrischender Fluss aus den Bergen bietet Gelegenheit Geschirr zu spülen, Wäsche iund uns selbst zu waschen. Auch wieder wieder ein Tag der kleinen Pausen. Kaffee und Cola bei ‚Ded Kola‘ und dann weiter durchs teilweise unterspülte Flussbett. Noch ein kurzer Stop bei ‚Taxi Kroni‘ mit Chips und Korca Bier, ein Blondes ein Dunkles. Alles für 6Euro + 200lek Trinkgeld weil das Benzin so teuer ist 😉
Es folgt der steile Anstieg zum Pejes Pass auf Höhe 1700 in sengender Sonne. Wasser hatten wir genug, der Rucksack immer leichter und die Stimmung prima. Der Weg ist nicht zu verfehlen und gut beschildert. Imposantes Panorama in alle Richtungen.
Kurz vorm Pejes Pass zwei bekannte Gesichter von Etappe 2 bei Babino. Stephan und Anna (die Mountainbiker) haben sich dann doch zwei Etappen vorgenommen und wollten bis Valbona. Freudiges Wiedersehen auf dem Rundtrail. Zeit um ein paar Minuten zu schnattern und Erlebnisse auszutauschen.
Abstieg über vom Eis geschliffen Felsblöcke zur nächsten Hirtensiedlungen kurz vor der Montenegrinischen Grenze. Leider sind alle Hütten verlassen und verfallen, auch keine ‚Bar‘ mehr. Wasser haben wir dann doch noch oberhalb einer Viehtränke gefunden. Es war so leise in dem Tal, das wir das Wasser ‚erlauscht‘ haben. Dort könnten wir zwei Finken beobachten, gesungen haben sie wunderschön, könnten Distelfink gewesen sein. Weisser Schnabel gelber Bauch roter Kopf. Platz fürs Zelt zu finden war bissi schwierig weil Karstlöcher die Wiese in eine Kraterlandschaft verwandelt haben. Steinschlagsicher finde wir dann doch noch eine Ebene Stelle direkt am Trail mit wunderbarer Aussicht auf die uns umgebenden Berge. Holz ist schnell gesammelt und der Hobo angeheizt. Es wird wieder lecker gekocht wie jeden Abend bei uns. Nun endlich haben wir mal Zeit für ein richtiges Lagerfeuer, wenn auch klein. Fledermäuse flattern um das Zelt und Pfeifen uns die Ohren voll. Unser treuer Begleiter, der Kuckuck gibt auch bald Ruhe, dafür gibt’s heute Käuzchen und Rabengeschrei.
Halb zehn verschwinden wir dann hundemüde im Schlafsack und warten auf den grossen Regen, am Nachmittag hatte es schon Mal gedonnert.

Tag 11
Unser erster Wegpunkt für heute ist der Schlangensee. Laut Rother ist dieser See meist trocken doch nicht um diese Jahreszeit. Kurz darauf treffen wir die zwei Wanderinnen vom Tag 5. Sie sind auf dem Weg nach Theth um dann über Tirana heimzufliegen.
Für unsere Mittagspause rasten wir beim Restaurant Grilja in Vusanje mit Serbischem Bier Jelena und Fli (geschichtet Crepes mit Käse Schmand Füllung) Salat und Brot Nebenan verschwindet der Fluss in einem Wasserfall rauschend im Boden, um ein paar Kilometer später bei den Ali Pasha Quellen wieder aus dem Berg zu sprudeln. Bei den Ali Pasha Quellen finden wir einen perfekten Platz zum Wäsche waschen und wir nehmen uns Zeit für ein kühlendes Fußbad in brunnenkalten Wasser direkt aus dem Berg.
Die Orte Vusanje und Gusinje sind nicht besonders sehenswert aber es gibt einen Supermarkt mit leckerem Eis. Das eben über uns hereinbrechende Gewitter mit Starkregen sitzen wir bei einer Pizza Vesuvio aus und beobachten die hier brütenden Schwalben bei ihren halsbrecherischen Flugmanövern.
Kurz nach der Ortschaft beginnt der sanfte Aufstieg nach Zagrade. Ca 1km vor unserem geplanten Zeltplatz nutzen wir einen Brunnen am Wegesrand um Wasser zu bunkern, so wie immer. Für Abends und morgens. Direkt nebenan ein Mann am Wiese mähen, auf herkömmliche Weise mit einer Sense und eine junge Frau an seiner Seite. Wir kommen gleich ins Gespräch und schon wurden wir deutlich zum Kaffee eingeladen. Daraus wurde dann ein Abendessen, ein Telefongespräch mit dem Cousin aus Sindelfingen und wir durften Gast in ihrem Haus sein. Familie Šefkija, Malagic, seine Frau, Tochter Sanella und Sohn Sanel. Geschlafen haben wir dann im Dachgeschoss auf einer Matratze, zum Glück gut geschützt da es in der Nacht noch einmal heftig geregnet hat. Auch wenn’s bissi verqualmt war vom Ofen im Erdgeschoss waren wir sehr dankbar über diese Einladung. Unterhalten haben wir uns mit Google translate, war bissi anstrengend aber unsere einzige Möglichkeit, da keiner der Familie deutsch oder englisch sprach. Geredet haben wir über ihre Arbeit mit den Tieren, die Familie und unsere Tour durch den Balkan. Ein Geschenk diese wunderbare gastfreundliche Familie kennengelernt zu haben. Es gab Käse, Gurken, Kaffee, Tee, Äpfel und Orangen, auch gekochte Eier mit warmer Milch. Sie haben alles mit uns geteilt, auch wenn man das zurückhaltend sein sollte, da sie auch das Wenige mit ihren Gästen teilen. Für uns der Himmel auf Erden, denn der heutige Tag war wirklich ein lazy day im Vergleich zu unseren anderen Tagesetappen.

Tag 12
Auch wenn wir eine lange Etappe nach Plav vorhaben, kommen wir eher später weg. Unsere Gastgeber lassen uns erst nach einem ausgiebigen Frühstück mit frischen Pfannkuchen gehen. Das war die Bedingung für das von uns gewünschte Erinnerungsfoto mit Ihnen. Rasch können wir Höhenmeter machen auch wenn’s nach unserem lazy day nicht so flüssig läuft. Die Regenschauer der Nacht und die Sonne am Morgen bescherten uns einen anstrengenden Aufstieg zur Katun Ravna, eine der vielen verlassenen Hirtensiedlungen. Kurze Pause am Zwischenziel und dann weiter zum Visitor (Bandera). Der Einstieg am Sattel beginnt zunächst weglos durch Bergkiefern und bodendeckende Blaubeersträucher, wir halten uns immer auf dem Bergrücken nach oben bis kurz vorm vrh Samina, Vorgipfel des Bandera. Eine bewirtschaftet Hütte gab’s nicht, also entscheiden wir uns für eine kleine Snackpause mit Kaffee mit Pfannkuchen und Kuchen von unserer Gastfamilie. Das Idyll trügt, langsam wird’s dunkel um uns herum, einzelne Tropfen die gleich wieder verdampfen fallen vom Himmel. Nach einer guten halben Stunde brechen wir zum Gipfel auf. Nochmal Karte checken denn wir müssen ein Schneefeld umgehen, über ein Schotterfeld leicht absteigen um dann im Zickzack zum Gipfel aufzusteigen. Ein Steinadler schwingt sich vor uns in die Lüfte. Die ersten Gewitterzellen ziehen mit Abstand vorbei, wir beeilen uns trotzdem … damit waren wir gut beraten, wie sich kurze Zeit später herausstellt. Kaum oben angekommen rücken die folgenden Gewitter bedrohlich nah ran. Windböen fegen uns fast vom Grat, Blitze zucken in der Nähe, nicht ganz unkritisch. Am Gipfelkreuz gehen wir zügig vorbei und beginnen den Abstieg. Bettina führt den „Notabstieg“ an. Eine prächtige Hornviper kreuzt unseren Weg. Der Regen setzt ein, Zeit für die Regenjacken, Hose braucht’s noch nicht, denken wir … folgenschwere Fehlentscheidung. Keine zwanzig Minuten später rauscht das Gewitter direkt über uns hinweg, mit Hagel und Böen. Wir sind binnen Minuten durchnässt, aber froh das Gewitter überstanden zu haben. Eine Schutzhütte wäre hier oben eine sinnvolle Einrichtung. Weiter geht der Abstieg im Dauerregen, durch teilweise wegloses Gelände, immer wieder ist der Weg durch umgestürzte Bäume versperrt, Markierungen fehlen oder der Weg ist zugewachsen. Auch Bärenkot liegt auf dem Weg, sie sind immer noch in der Nähe. Wir glauben nicht mehr daran bei Tageslicht anzukommen. Mittlerweile steht das Wasser in den Schuhen … die Sache mit den Regenhosen.
Immer noch auf Höhe 1600 stapfen wir pitschnass durch den Wald nach unten. Das GPS hilft uns einigermaßen den Kurs zu halten. Immer wieder rutschige Äste und Steine unter dem Laub, jeder darf Mal … Gegen 1800 erste Hoffnung doch noch bei Tageslicht nach Plav zu kommen, wir sehen die ersten Häuser.
Um sieben erreichen wir dann die Straße und halb acht sind wir dann am Ziel unseres PoB angekommen, der Campingplatz Lake View. Nur heute haben wir keine Lust mehr auf Camping und nehmen uns ein Zimmer mit heißer Dusche, eine Flasche Rotwein und nutzen jeden Haken im Zimmer um unsere Sachen zum trocknen aufzuhängen. Erschöpft aber glücklich schlafen wir so gut wie lange nicht mehr.

Tag 13
Da wir scneller unterwgs waren als gedacht, gönnen wir uns einen freien Tag am See in Plav. Der Tag beginnt mit einem feinen Frühstück mit Omelett und Brot und Wurst und zwei Tassen Kaffee im Hotel Lake View … Mittagsschläfchen auf der Wiese neben dem Zelt … Spaziergang am See und Baden in klarem und ziemlich kalten Wasser, auch einen Sprungturm gab’s 😉
Anschliessend Bummeln durch die Gassen von Plav, hist. Wachtürme anschauen ‚Redžepagića kula‘, einkaufen … Wein und Chips zum Abendessen. Beim Bäcker was Süßes, und wieder haben wir so lange gebummelt das uns ein ausgedehnter Regenschauer keine 400m vorm Campingplatz festsetzt. Besser wäre jetzt im trockenen auf der Terrasse bei einer Tasse Kaffee dem Unwetter zuzuschauen.
Doof nur das unsere Socken und Schuheinlagen immer noch ‚zumTrocknen‘ draußen hängen.
Zwei Karlsruher mit einem Ford Transit holen sich bei uns aktuelle Infos über den PoB und wollen dann morgen die 7 Tage Runde ohne den Kosovo gehen … ob die ahnen was für ein Wetter sie die nächsten Tage erwartet? Wir tauschen uns mit zwei belgischen Hikern aus die den PoB auch heute beendet haben. Viele Parallele Erlebnisse.
Heute ist Zeit für Ausrüstungspflege. Unsere Paltznachbarn aus Thüringen helfen uns mit einer Bürste für die Schuhe die sehen ziemlich mitgenommen aus, Schlamm und Waldboden vom Vortag.
Die letzte Portion Travellunch und Instant Nudeln werden am Abend vertilgt, wir wollen kein unnötiges Gepäck für den Rückweg undkeiner der Hiker brauchte etwas. Gegen elf sind wir im Bett und schlafen auch gleich.

Tag 14+15
Frühstück im Lake View, ähnlich opulent wie am Vortag. Zelt einpacken denn gegen Mittag ist schon wieder Regen angesagt. Wir hatten auf unserer Tour ziemlich Glück mit dem Wetter, das realisieren wir jetzt erst richtig.
Nun Regnet es schon seit zwei Stunden. Die Hiker aus Karlsruhe werden gleich an ihrem ersten Wandertag patschnass. Wir nutzen die Zeit zum Buchen der Unterkunft in Zagreb, dort wollen wir noch eine Nacht bleiben. Pünktlich fährt unser Bus nach Podgorica, derselbe Fahrer wie vor zwei Wochen. Und wieder hoffen wir auf funktionierende Bremsen auf dieser kurvenreichen Strecke.
Keine zwei Stunden später Vollsperrung der schmalen Bergstrasse wegen Unfall, bis die Kripo das alles vermessen und fotografiert hat vergehen zwei Stunden und wir können weiter. Alles ohne Aufregung solange wir unseren Zug in Podgorica bekommen. Immer fast parallel zu der Bahnstrecke die wir später wieder Richtung Norden nach Belgrad fahren werden, allerdings im Schlafwagen und bei Dunkelheit. Kurz vor dem Ziel ein Stopp mit dem wir erst nichts anfangen können, dann hält ein großer Reisebus neben uns und die Passagiere werden ausgetauscht. Jetzt ist klar, die Bus Firma Elan versucht den Fahrplan zu korrigieren. Kein schlechter Tausch für uns, ein komfortabler Tausch.
In Podgorica angekommen bleibt noch genügend Zeit für den Ticketkauf, das Schlafabteil für zwei für 74€. Wir sind Happy. Noch ne ‚kleine‘ Pizza und ein feines Risotto beim Bahnhofsimbiss -absolute Empfehlung! überbrückt die Zeit bis unser Zug aus Bar quietschend am Bahnsteig hält. Noch bevor das herannahenden Gewitter Podgorica erreicht, verlassen wir Podgorica in Richtung Belgrad und fahren in die Nacht hinein. Unser Schlafabteil lässt sich nicht verriegeln, der Betreiber empfiehlt das ausdrücklich für die Nacht. Wir wechseln das Abteil und schlafen jetzt im ersten Wagon im Abteil Nr2. Der Zugbegleiter klappt ins noch die dritte Pritsche hoch, so können wir oben sitzen und in der Dämmerung die vorbeiziehende Landschaft genießen -sofern nicht einer der zahlreichen Tunnel die Sicht verhindert. Die Müdigkeit kommt schnell nach Rotwein und Brezeln, noch vor der Grenzkontrolle schlummern wir weg. Gegen elf dann der Check an der MNE Grenzstation Bijelo Polje. Iwann geht’s dann weiter, wir schlafen wieder und denken das war’s dann mit Kontrollen. Kurz nach Mitternacht dann der Stopp auf der serbischen Seite in Bjelopoljska. Im Halbschlaf kramen wir nach unseren Pässen, alles ist schnell und höflich erledigt.
Wir werden durch die Nacht geschaukelt, tief und fest schlafen wir in mitgebrachter Seidenbettwäsche (unser Hüttenschlafsack). Zähneputzen, Plumpsklo nutzen, Sachen zusammenpacken … nach Fahrplan hätten wir schon seit einer Stunde in Belgrad sein müssen. Aber der dient eher zur groben Orientierung.
Kurz nach halb acht sind wir dann da, auf direktem Weg ins MyDan zum Frühstücken, dieses Restaurant kennen wir von der Hinreise. Doppelter Espresso und ein Omelett mit Käse. Langsam im Tag ankommen, Reisepläne checken, E-Mails schreiben. Um kurz nach zehn spazieren wir in Richtung Busbahnhof, ca 2,5km durch die City. Bus und Straßenbahn reizen uns gerade nicht. Belebte Straßen, Großbaustelle und Menschen Gewusel bis zum alten Bahnhofsgebäude mit einer Lokomotive aus dem Jahr 1943 und der imposanten Statue des Stefan Nemanja. Ein lohnender Weg wenn man wenig Gepäck dabei hat -so wie wir 😉
Nun noch ein kurzer Ausflug in Serbische ‚Bürokratie‘ oder auch Geschäftstüchtigkeit:
Kein Kiosk nimmt Euro oder Kreditkarte, wie abgesprochen überall dieselbe Antwort, dabei wollen wir nur ein Wasser und ein Eis. Also Wechselstube, 5€ = 500 Dinar. Wir schlendern vor uns hin … haben ja Zeit. Zugangscheck am Bahnhof… man braucht ein Ticket zum Betreten … und 380 Dinar 😉 Also wieder Wechselstube, jeder verdient ein bisschen. Tickets erworben und die Info das am Steig 22 unser Bus wartet, easy. Nur kein Busfahrer zu sehen. Noch rechtzeitig merken wir es ist Steig 20, auch ein Sirmium Bus. Gepäck verladen, noch 5min bis zur Abfahrt … Puhhhh, geschafft. Ca 20 Leute im Bus, Klimaanlage funktioniert … Alles prima!
Bis zur serbischen Grenze flutscht die Fahrt. Einer der Vierbeinigen Grenzschützer findet besonderes Gefallen an einer unser Mitreisenden. Sie denkt er will spielen, setzt sich aber vor sie und geht auch nicht mehr weg bis seine zweibeinigen Kollegen sich um die junge Frau ‚kümmern‘. Uns beschert es 1,5h Wartezeit, da Flixbus wohl niemanden hängen lässt. Alle Reisenden ertragen die Verspätung gelassen, auch weil vielleicht niemand einen Anschluss in Zagreb geplant hat. Doch am nächsten Busbahnhof muss sie dann doch den Bus verlassen.
Ankunft in Zagreb gegen sieben. Da wir uns schon gut auskennen ist der Weg zur Unterkunft bekannt. Zoran, unser Vermieter, kommt zeitgleich mit uns dort an, kurze Einweisung in die Funktion der Türöffner zum Zugang zur „Kellerwohnung“ klein aber fein, sauber und funktional. Duschen umziehen und los zum Essen. Da das erste angesteuerte Restaurant nicht mehr existiert gehen wir kurzerhand in das von der Hinreise in sehr guter Erinnerung gebliebene ‚Purger‘ auf der anderen Seite des Parks, keine 10 min Fußweg. Zuerst ein Bier bestellen und dann wieder vor der Qual der Wahl der reichhaltigen Karte. Es wird Tintenfisch Risotto mit gegrilltem Gemüse und Weingulasch mit Salat. Alles wieder sehr sehr lecker. Nach dem zweiten Bier sind wir kugelrund und schlendern in unsere Kellerwohnung.

Tag 16
Geweckt vom Lärm der Straße, das Fenster ist auf dem selben Niveau wie der Bürgersteig, scheint die Nacht vorbei … Fenster zu und weiterschlafen, wir wollen erst gegen halb zehn zum Bäcker frühstücken gehen. Einen Tee und eine Tasse Kaffee aus der Teeküche zum Tagesstart. Bäcker Korica, eine Straße weiter. Sehr leckere Cruffins und Croissants … Schon wieder kugelrund und Happy.
Wir sitzen noch eine Stunde am Springbrunnen im Park und gehen dann auf die Suche nach der Einkaufsstraße die sich im Untergrund versteckt. Eine unscheinbare Treppe führt hinunter und ein munteres Menschentreiben begrüßt uns. Chips, Wein, frisches Obst und Gummibärle für die Reise werden gekauft.
Am Bahnsteig noch ’schnell‘ einen Espresso, wir haben noch 30 min bis zum Zug. Nur bezahlen wird mal wieder schwierig, keine Kreditkarte nur Bar in Kuna. Die Wechselstube hat geschlossen. Eine nette Dame vom Nachbartischhilft uns eine andere Wechselstube im UG zu finden. Schnell sind 10 € gewechselt und wir können unseren Kaffee bezahlen.
Fast pünktlich fährt unser Zug ab. Mit offenem Fenster lässt sich’s gerade so aushalten. Wunderbare Landschaft zieht vorbei, die Siedlungen werden sauberer und gepflegter. Bis Ljubljana ist auch der Zug leer und hat auch die Verspätung wieder aufgeholt. Wir haben nur 8min in Villach zum umsteigen. Alles easy, auch der RJ war bissi verspätet. Gut das wir reserviert haben, diesmal bestehen wir auf unserem Sitzplatz. Pünktlich auf die Minute in Salzburg angekommen, direkt zum City Bräu, keine 5 Minuten vom Bahnhof. Hier gibt’s echtes Wiener Schnitzel und ein frisches Bier. Wir haben Zeit bis Viertel nach neun, also chillen und genießen. Der RJX rauscht mit 20 min Verspätung in Salzburg ein, auch dieser Zug ziemlich voll. Wir müssen wieder auf unserer Reservierung bestehen, auch wenn der Typ ’not amused‘ erscheint und gestresst wirkt … Prüfung morgen und nichts gelernt? Möglich.
Chillen … Damit ist es an der deutschen Grenze dann schnell vorbei! Erneute Passkontrolle, Maskenpflicht … einige müssen den Zug verlassen weil iwas mit den Pässen nicht stimmt. Willkommen im Chaos Land Deutschland…. bloß nicht anstecken lassen von diesem Irrsinn … Oooohhhmmmm!
Schlussendlich in München knapp 80 min Verspätung, dank den deutschen Behörden in bewährter Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn. Aber der ICE nach Ulm wartet und wir sind dann doch fast pünktlich zu Hause. Gegen 2 Uhr morgens endet unser Balkan Abenteuer.

Klettersteige am Gardasee

Nach zehn Tagen auf dem Wasser zog es uns dann doch wieder in die Berge. Basislager war wieder einmal Arco mit seinem hübschen Campingplatz, fast schon speziell für Kletterer. Heuer sogar mit Schwimmbad, HotPods und Sauna 🥰. Wir hatten folgende Topos vorbereitet:

  • natürlich zum Einstieg den Colodri, gleich neben dem Zeltplatz
  • den Sentiero attrezzato Gaetano Falcipieri mit seinen 52 Tunneln
  • den Gerardo Sega in der Nähe des Monte Baldo
  • und den Cima Rocca in Richtung Ledrosee

Alle KST eher leicht bewertet was die Technik betrifft, der Gaetano Falcipieri nur durch seine Länge (mit Pausen und Rückweg immerhin 10h) etwas schwieriger. Begangen haben wir dann nur die ersten beiden, in Arco spazieren und Eis essen oder am Ufer des Gardasees Cappuccino trinken ist doch auch schön 😉

Elba+ 2021

Vor dem Törn

Eine der spannendsten Dinge vor dem Törn ist Karten- und Revierstudium. Hierbei sind ein guter Revierführer sowie eine digitale Seekarte hilfreich.

Unsere Yacht „Surprise“ hat einen Axiom7 Plotter an Bord, somit sollten alle daheim vorbereiteten Wegpunkte leicht zu übertragen sein. Mein Rugged Tablet habe ich natürlich trotzdem dabei.

Eine mögliche Route für 10 Tage seht ihr hier. Allerdings scheinen 300sm für einen Urlaubstörn recht viel, wir werden sehen wohin und wieweit uns der Wind tatsächlich trägt.

Vor dem Törn II

Eines ist aber anders. Corona. Noch nie war eine Törnplanung so von Formularen und Regelungen und Unsicherheiten geprägt wie in diesem Jahr.

Wann darf ich mit welchen Voraussetzungen wohin reisen und wie komme ich zurück? Formulare, Bestätigungen, Erklärungen … und das in einem freien Europa 🙈🙉🙊

Tag 1 – Salivoli

Auch die Anreise ist diesmal anders. Wir starten nicht früh am Morgen sondern am Vorabend, ca. 800 Anreise-km liegen vor uns. In den frühen Morgenstunden, ungefähr die Hälfte der Strecke ist geschafft, gönnen wir uns ein kleines Nickerchen im Auto. Ein leckeres italienisches Frühstück bei Piacenza gibt uns Energie für den Rest der Strecke. Gegen Mittag erreichen wir Salivoli, fit und ausgeruht.

Vor Ort gehts dann gleich zum Charterbüro, in der Hoffnung das wir unsere Yacht etwas eher übernehmen können. Glücklicherweise ist Guido am Telefon erreichbar und noch ehe die gesamte Crew vor Ort ist, können wir mit der Übernahme beginnen.

Kleinere Problemchen am Boot verhindern jedoch ein Auslaufen noch am selben Tag, also machen wir uns einen gemütlichen Abend an Bord und nach einem gründlichen Wetterstudium besprechen wir die nächsten Tage.

Tag 2 – Porto Azzuro

Der erste Schlag führt uns 25 sm gegenan nach Porto Azzuro. Perfekt zum kennenlernen der Segeleigenschaften unserer Yacht. Läuft gut 😉 sodass am Abend noch Zeit für einen Spaziergang rund um die Festung bleibt.

Tag 3 – Fetovaia

Wir erwarten erst morgen günstigen Wind für die Überfahrt nach Sardinien, aber heute passt es einfach noch nicht. Zeit für unsere erste Nacht vor Anker an Elba’s Südküste. Natürlich sind wir nicht alleine in der Bucht von Fetovaia, und doch ist es immer wieder nett anzusehen wie die Besatzungen der ankernden Yachten Neuankömmlinge begrüssen. Die einen winken und freuen sich über neue Nachbarn, während andere aufgeregt an Deck herumhüpfen aus Angst um ihre Ankerkette.

Auch wenn es bis in die späten Abendstunden stärker und südlicher als erwartet in die Ankerbucht bläst, beruhigt sich die See dann doch am Abend und wir haben eine ruhige Nacht und eine fantastischen Sonnenaufgang am nächsten Morgen

Tag 4+5 – Porto Vecchio

Auch wenn heute gut 80 Seemeilen bis Porto Vecchio vor uns liegen, gibt es keinen Grund zu eilen, wir haben den ganzen Tag und auch die ganze Nacht Zeit dafür. Die ersten Meilen bis kurz vor Monte Christo schiebt uns der Diesel, dann aber lebt der Wind auf und wir kommen fast zu schnell voran. Da keiner von uns die Fahrrinne am Zielhafen kennt, wollen wir vermeiden im Dunkeln dort einzulaufen. Nach unseren Berechnungen müsste es aber gerade eben zum Tagesanbruch passen. Natürlich waren wir dann doch vor Sonnenaufgang am Ziel, also Segel wegnehmen und außerhalb der Fahrrinne auf Tageslicht warten.

Die Crew ist von der Nacht noch ein bisschen platt, nicht jeder mag diese Nachtwachen. Also gibt’s ein kleines Frühstück nach dem Festmachen und dann noch eine Mütze Schlaf.

Am Nachmittag ist Zeit für Erkundungen in Porto Vecchio und Proviant bunkern. Unseren ersten Abend auf Korsika genießen wir gemeinsam in einem kleinen Restaurant mit Blick zum Yachthafen und lauschen dabei den Straßenmusikern.

Tag 6 – La Maddalena

Unser Vorhaben die Straße von Bonifacio zu befahren und den gleichnamigen Hafen anzulaufen, müssen wir auf ein anderes Mal verschieben, da am darauffolgenden Tag recht kräftiger Ostwind angesagt ist. Würde bedeuten durch diese Düse kreuzen zu müssen … das lassen wir lieber und entscheiden uns für eine kleine Ankerbucht mitten im Maddalena Archipel.

Also keine 30 Seemeilen vor uns, bleibt nach dem einfahren des Ankers noch Zeit zum Schnorcheln und zumindest mal den Fuß auf Sardisches Festland setzen. Neben uns liegen noch zwei weitere Yachten an diesem traumhaften Platz.

Tag 7 – Camporolo

Heute beginnt der Tag sehr früh für uns. Ohne ein bestimmtes Ziel wollen wir soweit nördlich wie möglich an der Küste Korsikas kommen. Die Mutigsten schwimmen noch im Dunkeln einmal ums Boot, in der Hoffnung das die großen Fische noch schlafen. Für den Tag ist kräftiger Wind aus südlichen Richtungen vorhergesagt, und tatsächlich schafft unsere Dufour 425 stattliche 66 Seemeilen, allerdings schaffen wir es nicht mehr bei Tageslicht in den Hafen von Camporolo. Beim Anlegemanöver springen Fische zur Begrüßung auf den Steg und einem anderen Skipper sogar direkt ins Gesicht. Der war so überrascht von diesem „Angriff“, das er sein Manöver abbrechen musste.

Die späte Stunde und das geplante frühe Aufstehen am nächsten Tag, halten uns aber nicht davon ab, den Tag mit einer Flasche Wein ausklingen zu lassen.

Tag 8+9 – Marciana

Ungefähr 45 Seemeilen bis Marciana. Bei dieser Wettervorhersage nicht die schlechteste Idee Früh los fahren, heißt Früh ankommen um das Hafenmanöver nicht bei zu starkem Wind fahren zu müssen. Die Marina Marciana ist bekannt für ihre starken Fallwinde wenn’s von Süden bläßt … und das tut es schon den ganzen Tag. Und es soll auch am nächsten Tag noch so bleiben. Da liegen wir hier noch am besten.

Bleibt Zeit für einen Ausflug ins Hinterland zum ältesten Ort der Insel, dem Bergdorf Marciana Alta. Bereits 35 vor Christus siedelten hier die Römer.

Am Abend gehen wir nochmal schick italienisch Essen. Direkt am Marktplatz ergattern wir einen der wenigen freien Tische, denn bereits heute sind die ersten Charter Crews mit ihren Yachten vom Festland nach Elba gekommen und beleben die Innenstadt.

Den Liegetag nutzen wir für Spaziergänge, Chillen … und keine Ahnung was noch alles … viel wars nicht 😉

Tag 9 – Salivoli

Die letzten 25 Seemeilen bis Salivoli liegen vor uns. Da wir aber erst am nächsten Morgen unsere „Surprise“ übergeben, bleibt noch Zeit für einen kurzen Badestopp am Capo della Vita. Eine hübsche kleine Surfer-Bucht an der nördlichsten Spitze Elbas.

Nach fast 300 Seemeilen rund Elba, Korsika einmal längs und Sardinien sanft touchiert machen wir am Abend im Heimathafen der „Surprise“ fest. Peter zaubert uns mit seiner berühmten „Peter-Pide“ ein schmackhaftes Abendessen. Und dann geht’s auch schon ans packen, denn am nächsten Morgen wollen wir um zehn von Bord sein und den mühsamen Heimweg antreten.

850 Seemeilen Nordsee

Vor kurzem erst habe ich Bernd und Karin kennengelernt. Die beiden Segler und Eigner einer Janeau Sun Odyssee 42 bereiten derzeit ihre Weltumsegelung vor.

Direkt beim ersten Kennenlernen war die Idee geboren, den Weg von der Ostsee bis ins Mittelmeer gemeinsam zu segeln, denn bis heute lag die Yacht in der Nähe von Lübeck. Leider reicht mein Urlaub nicht für die gesamte Strecke.

Mit diesem Blog möchte ich euch mitnehmen und jeden Tag ein paar Eindrücke von unserer Zeit an Bord der Toujours Belle mit euch teilen.

Tag 1 Neustadt-Burg (Fehmarn)

Nach 7,5h Zugfahrt endlich in Lübeck angekommen, hat es keine 2h gedauert bis wir mit der segelfertigen Toujours Belle in die Ostsee stechen konnten.

Für heute und morgen ist noch ne steife Brise vorhergesagt, also erkämpfen wir uns die ersten Seemeilen erst mit achterlichem Wind und dann direkt gegenan.

Bei einer deftigen Brotzeit sind dann die Pläne für morgen entstanden. Also heute recht früh in die Koje, den kurz nach fünf geht’s morgen schon weiter.

Tag 2 Yachthafen Burgtiefe

Noch keine 20 Seemeilen und schon der erste Tag Stillliegen. Das ablaufende Tief über Südschweden beschert uns stürmischen Wind aus West … und genau da wollen wir hin. Ob unter Segel oder Motor wäre das eine Tortour für Mensch und Material.

Also abwarten und Tee, Kaffee oder auch ein Bier trinken 😉 Ein Spaziergang in den Ort Burg am Mittag, unzählige Schwalben beim Spiel mit dem Wind beobachten und Geocachen am Nachmittag lässt diesen Tag auch vergehen.

Morgen soll der Wind nachlassen und am Donnerstag auch die Richtung ändern. Mal sehen ob Rasmus das auch so sieht.

Tag 3 Fehmarn-Kiel

Ein Tag an dem wir segeln konnten ist ein guter Tag. Auch wenn wir wegen Schießübungen einen Umweg vom 10sm nehmen mussten. Jetzt liegen wir direkt vor der Schleuse des NOK, haben lecker gegessen und freuen uns auf morgen 😉

Tag 4 NOK Kiel-Brunsbüttel

Ein eher wenig spektakulärer Tag, dennoch kann so eine „Flusskreuzfahrt“ was für sich haben.

Gleich morgens um acht waren wir beim ersten Schleusenvorgang mit dabei. Alles lief ruhig und eher unspektakulär bei 30cm Hub. Vor uns lagen nun 50sm unter Maschine, denn wieder kam der Wind direkt auf die Nase, also war an Segelunterstützung nicht zu denken. Auf dem Weg eine Menge Signale, Autofähren, andere SY und natürlich die Berufsschifffahrt.

Nach diesem aufregenden Tag 😉 haben wir einen Platz direkt am Schleusentor.

Tag 5+6 Brunsbüttel-Harlingen

Nach den 53sm Nord Ostsee Kanal endlich wieder freies Fahrwasser 👍 und ungefähr 185sm für den heutigen Schlag. Vorhergesagt waren zumindest am Nachmittag für uns günstige wenn auch schwache Winde.

Tatsächlich sind wir dann doch wieder einige Stunden unter Motor gefahren. Erst am frühen Morgen bringt uns achterlicher Wind und der Gennaker mit seinen 110m² buntem Tuch voran.

Noch bei Tageslicht passieren wir die nicht ganz einfache Ansteuerung das Harlinger Hafens und liegen nun gut verteut an einer MY.

Tag 7 Übers IJsselmeer nach Amsterdam

Mit der Brückenöffnung um 0825 sind wir in Richtung Amsterdam ausgelaufen. Mit 2,20m Tiefgang immer schön der Betonnung folgend, sicher ist sicher 😉 Segel setzen und mit achterlicher Wind durchs IJsselmeer pflügen, ein Traum 🥰 kaum Welle und 60 Seemeilen vor uns.

Ziel ist, den Seglerhafen „Sixhaven“ in Amsterdam noch vor Sonnenuntergang zu erreichen. Eine Schleuse und eine Klappbrücke liegen zwischen dem Binnenmeer und der Nordsee.

Da wir gut im Zeitplan liegen werden wir einen Tag in Amsterdam 😁 verbringen auch um ein bisschen zu verschnaufen, die letzten Tage und Nächte waren dann doch anstrengend.

Tag 8 Liegetag in Amsterdam

Ein Tag zum Entspannen, lesen, nächstes Segelrevier erkunden, Geocachen … Für einen Stadtbummel war mir zuviel los.

Tag 9-11 Strasse von Dover

Nonstop von Amsterdam nach Cherbourg. Über 300sm in 3 Tagen und zwei Nächten. Vorbei an Rotterdam, den weissen Clippen von Dover, Calais, immer entlang des TSS bis zum Feuerschiff am Greenwich Meridian, dann wieder Richtung französisches Festland bis nach Cherbourg.

Einige Fischer, Segler und Frachtschiffe die unseren Kurs begleiten, im Vergleich zu dem Trubel rund um Amsterdam aber eher ruhig.

Nach einer ersten verregneten Nacht war die Crew ein bisschen down, frisch gekochtes aus der Bordküche brachte uns durch den zweiten Tag. Die darauffolgende Nacht sternenklar, das Meer glitzerte vom Mondschein beleuchtet und der Wind trug uns bis in die Morgenstunden bis nach Cherbourg.

Tag 12-13 Zwischen den Kanalinseln

Da wir trotz der zwei Liegetage viel zu früh dran sind, segeln wir noch ein bisschen weiter. Entlang der britischen Kanalinseln Anderney und Guernsay.

Mit dem Hochwasser gegen Mittag verlassen wir Cherbourg um den durch den Tidenhub entstehenden Strom von achtern zu nutzen.

Blauer Himmel und leichter Wind mit 4Bft bringen uns gemächlich voran. Ein entspannter Tag auf See und eine ruhige Nacht, nur unterbrochen von der 2 Stunden dauernden Wache.

Am Sonntag Morgen erreichen wir den Seglerhafen in Roscoff. Ein Tag zum ausspannen um dann morgen unsere Toujours Belle für die zweite Crew auf Hochglanz zu bringen.

Mein Törn endet leider hier … ich muss unbedingt mit meinem Arbeitgeber über mehr Urlaub sprechen 😁

Tag 14 Abheuern in Roscoff

Nach 847 Seemeilen endet für mich und Daniel der Törn hier in Roscoff. Zwei neue Crewmitglieder sind auf dem Weg und werden heute Abend anheuern. Zwei Uhr Nachts mit dem ablaufenden Wasser segelt die Toujours Belle dann weiter in Richtung Mittelmeer.

Gute Fahrt und allzeit eine Handbreit Wasser unterm Kiel.

Auf dem Querweg von Konstanz nach Titisee

24.-29.Mai 2021, 6 Tage, 135km, 4900hm durch unterschiedlichste Landschaften mit Sonnenschein, Schauern, Dauerregen und schlussendlich wieder Sonnenschein. Nur die Nächte waren in diesem Frühjahr noch empfindlich kalt … also warm anziehen, auch im Schlafsack.

Aus der Bodenseeregion, durch den von Vulkankegeln geprägten Hegau (auf jedem steht eine Burgruine 😉 bis in den wunderschönen Südschwarzwald und seine zauberhafte Wutachschlucht. Auch wenn der Querweg bis nach Freiburg führt, war für uns bereits in Titisee das Ziel erreicht.

Für E.N.D. (oder eher mehrere) hatten wir natürlich alles dabei. Die erste Nacht auf der Mägdeburg fanden wir Schutz unter dem Tarp. Die zweite und dritte Nacht bot uns der überdachte Vorraum einer Forsthütte Schutz. Mal auf der Isomatte, mal in der Hängematte. Ein aufgespanntes Tarp schütze uns vor Wind und Wetter. Für die letzten beiden Nächte bot uns der Wald einen Schlafplatz zwischen den Bäumen. Die gut aufgespannten HM garantieren einen erholsamen Schlaf, so gut das wir uns für den letzten Aufstieg zum Hochfirst den Wecker stellen mussten 😉

Wandern mit Lotte und Jorinde

Mit zwei jungen Eseldamen vom Adamshof unterwegs im Südschwarzwald. Eine faszinierende Erfahrung die mit Vorurteilen über das Grautier aufräumt. Sie lieben die Freiheit, ihre Herde und das Fressen. Ein entscheidender Grund weswegen Esel gerne laufen. Der erste Eindruck zählt: was dein Esel über dich denkt, wie du auftritts, welche Ausstrahlung du hast. Wenn er merkt das du mit Freude an seiner Seite gehst, folgt er dir auch ohne Führstrick. Mal hängt er bissl hinterher und kommt dann in einem Eselgalopp zu dir, mal rennt er vorneweg das du Sorge hast ob du ihn (und dein Gepäck) jemals wiedersiehst.

Auch wenn Esel sicher die Hälfte ihres Körpergewichtes tragen können, mute das deinem Esel nicht zu. Maximal das doppelte was du selber tragen würdest, bei mir sind das dann 30kg!

Wunderbare Entschleunigung mit einem Esel zu wandern, auch Mehrtagestouren sind möglich. Erwarte allerdings keine riesigen Tagesetappen. Je nach Gelände schaffst du mit deinem hübschen vierbeinigen Gefährten 10-20km.

Busenberger Holzschuhpfad

Die Pfalz – Wandern im Dahner Felsenland – Eine Premiere 😊
Eine Tageswanderung rund um den Drachenfels bei Busenberg. Wunderschöne Aus- und Einblicke in die Wanderregion Pfälzer Wald. Ein Vergleich zum Elbsandstein kommt immer wieder auf, nicht nur wegen dem Sandstein der hier allerdings rot gefärbt ist.

Malerweg 2020

6 Tage, 112 km, 4200 hm, 35 Wanderstunden

Eine Mehrtages Wanderung durch die Sächsische Schweiz auf den Spuren der Maler und Dichter.

Unglaublich viele Stufen, verwunschene Waldwege durch eine traumhafte Landschaft mit immer wieder begeisternden Aussichten sind die Merkmale dieses Wanderweges, der rechtselbisch über die Bastei und die Schrammsteine bis zur Neumannmühle führt, dann über den Grossen Winterberg nach Schmilka. Linkselbisch geht es dann über die Kaiserkrone, die Rauensteine und die Festung Königstein zurück nach Pirna.

Die Ausrüstung mit Zelt wog incl. Verpflegung für 6 Tage und min. 2 Liter Wasservorrat ca. 14 kg. Meine Tagesetappen waren zwischen 13 und 25 km lang mit bis zu 1000 hm. Die Tour ist für 7 oder 8 Tage zu empfehlen, da man sich so noch viel mehr unterwegs ansehen kann und genügend Zeit hat jeden Stein hochzukraxeln.

Am Ende jeder Etappe findet sich eine Herberge, die ich jedoch nur auf der Burg Hohnstein genutzt habe. Es hat sich absolut gelohnt draußen zu schlafen, ob im Zelt oder im Biwak. Dabei gilt es die Verhaltensregeln des NP Sächsische Schweiz zu beachten!

Als passenden Abschluss fand ich den Besuch der Gemäldegalerie Alte Meister im Dresdner Zwinger. Wie der Name dieses Weitwanderwegs schon verrät, haben sich Maler wie Bernardo Bellotto, bekannt als Canaletto, von dieser einzigartigen Landschaft inspirieren lassen. Seine und weitere Originale lassen sich in der Galerie bewundern.

Absegeln Bodensee 2020

Anstelle des für diesen Zeitpunkt geplanten Mittelmeertörns Elba-Korsika-Sardinien, war mal wieder das Bodensee Revier angesagt. Als Zuhause für 4 Tage diente eine Focus 750, Performance Cruiser Mini-Family-Yacht. Ein hübsches, leichtes und damit sportliches Boot mit 31qm Segelfläche, wohnlichem und hellem Innenraum, viel Platz in der Bugkoje und im Cockpit, dafür umso weniger in der Pantry/Salon. Hier musste ich mit 1,70m ständig den Kopf einziehen.

Ein-Hand nicht ganz un-umständlich zu Segeln, die Pinne war nicht zum feststellen und die Winschen und Klemmen vorne auf dem Kajütdach statt im Cockpit.

Mit einem behelfsmäßigen „Autopiloten“ der zumindest bei stetem Wind den Kurs halten konnte, waren die Hände frei für den Feintrimm der Segel, nicht ganz unwichtig bei 1-2 Windstärken und es war sogar ein Rundgang auf dem Deck möglich ;). Zum Trimmen das Vorsegels gibt es Schienen und für das Grosssegel einen Traveller der in der Plicht verläuft und gleichzeitig den Crew- vom Steuermann Bereich abgrenzt.

Wanderung zum Teufelstättkopf

E.N.D. in den Ammergauer Alpen

Von Unterammergau durch die Wetzsteinklamm über die Kuhalm zum Teufelstättkopf. Gerade noch rechtzeitig um der Sonne vom Gipfel aus, Gute Nacht zu sagen. Nach halbstündiger Suche nach einem Biwakplatz, entschied ich mich für ein kleines Wiesenstück unterhalb des Gipfels mit Aussicht auf die Zugspitze.

Nach einer sternenklaren Nacht mit Vollmond ab Mitternacht, ich habe trotzdem wunderbar geschlafen, kletterte ich nochmal zum Gipfel hoch um dort beim Frühstück den Sonnenaufgang zu genießen.
Gut gestärkt gings dann weiter über das Laubereck und den Hennenkopf zur Brunnenkopfhütte. Nach einer riesigen Portion Kaiserschmarrn war der Abstieg zum Linderhof in einer Stunde gemeistert.

Im Vergleich zu meinen Mehrtageswanderungen würde ich das als ein durchaus gelungenes Microabenteuer bezeichnen. Maximales Naturerlebnis mit geringstem Aufwand und alles mit DB und ÖPNV.

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